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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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454 Von dem Gottseeligen Nicolao Rusca /

mit grossem Nutz der Seelen / und werden/ die er auch mit Schanckun-Beflüdecung des Christlichen Glau- gen/ und Gäblein noch fleißiger / undbens nützlich versähe / und zubrachte / eyfferiger wachste. Nicht allein aberalso daß er würdig geachtet wurde / erzeugte Visen fleiß unser Nicolaus ge-ben grossen/ und fürtrefflichen Ehren-- gen den Catholischen/ sonder er wäreritul anzunehmen / daß er solte der auch vil eyfferiger gegen den jungenErtzpriester in dem gantzen Bischthum Kindern der Widersacher / die er mitChur sein / und genennet werden. In Gelegenheit mit dem H. Crcutz bezeich-welcher Würdigkeit/ gleich wie er allen nete/ und ehrliche Schanckungen gäbe/Peiestern/ und Geistlichen an Ehren/ damit bey ihnen aufs wenigest die Ge-und Stand vorgienge / also auch keuch- dächtnuß des H. Creutzes / und bitterntet er ihnen vor an Tugenden/Gottö-- Leidens / und Sterbens ZEsu Christiforcht/ heiligem / und exemplarischen unsers Heylands/ und SeeligmachersLeben. Dann erstlich ist er eines keu» verblibe. Gegen den Armen/so wohlschen Lebens gewesen / und hat zu der Evangelischen ( wie sie sich nennen ) alsMarter -- Cron das Jungfräuliche Gig- Catholischen / war er nicht allein Milt/kräntzlem auch erlanget. Es ist auch und gäbe ihnen ein reiches Allmusen /kündbar/ wie alle die jenige bezeugen/ sonder auch tröstete / und ermahnetebey denen / und mit welchen er jemah- sie zu der Gedult/ und Tragung ihreslen gewöhnet/ und alle Wüssenschafft von GL)tt auferlegtes Creutz/ undseines Lebens gehabt / daß niemahlen Kranckheiten. Und wer will nur er-von ihme weder ein unzüchtiges Wort/ zehlen seinen auferbaulichen Wandel /Gebärden/ oder Anblick gehört/ ge- sein Demuth/ Sanfftmuth/ Gedult /spühret/ oder gesehen worden / un- und Standhafftigkeit/ so wohl durchzüchtige Weiber / und Männer aber die Zeit seines Lebens/ als seiner Mar-hat er geflohen / und nicht leyden- ter/ und gottseeligen Todt. Disegen. Zu dem andern hielte er seinen Tugenden aber brachten ihme einenLeib in grosser Disciplin/ Zucht/ Mäs- grossen Mißgunst bey seinen Wi-sigkeit/ und Mortiflcativn / und das derfächern/ wiewohl sie sein Leben /in geheim. Dann neben den gewöhn- und Wandel nicht schelten könnten/ daßliehen/ von der Christlichen Kirchen sie ihme nach dem Leben stelleten/undaufferlegten Fasttägen / legte er ihme mit Gisst den S. Mann hinzurichtenselber vil Fasttäg auf/ und hielte sol- fürgenommen. Als aber um dieselbi-che streng / sonderlich wann er hörete/ ge Zeit in Rhätia / Graubündten / undoder sahe/ daß der Catholischen Air- in der Graffschafft Eleven ein grossechen/und ihren Schäsflein grosseWi- Empörung sich erhübe/wegen desderwämgkeit / und Gefahr zugestan- Bundts mit den Venedigern / den dieden wäre. Beynebens pflegte er auch Uncatholische Lehrer heffrig hülsten be-zu gefährlichen Zeiten Tag / und Nacht fürderen / rc. Hingegen vermeintenmit Ernst/und heissenZähern dieGött- die Römisch-Catholische Bündtner /liche Majestät zubitten/ und zu der daß sie genügsame Vündtnussen mitBarmhertzigkeit bewegen. Die gött- den Eydtgnossen / Cron Frankreich /licheAembter verrichtete er andächtig/ und König in Hispanien / deßwegenin dem Predigen eyfferig/ und in der unnöthig wäre / sich in weitere Bündt-Pflantzung des Christlichen Glaubens nussen einzulassen. Aber der Vene-ernsthafft. Welches genugsam an- tianer Gelt-Bündtnuß traffe für/ durchzeigten die 2. Disputationes/ so er zu Empörung/ und durch die Waffen/da-Plurs im Haubtflecken / und Tiran / rum müßten die Catholische Bündtsmit den Widersächern des Catholischen ner verfolget / verbrännet/ ja etlicheGlaubens / gehalten / daß sie ihm nicht gar um das Leben kommen/ und ge-weiters widerstreben/ noch antworten tödet werden. Damahlen achtetenwolten noch könnten / rc. die Predicanten gute Gelegenheit zu-

haben/den unschuldigen ErtzpriesterttEin sondere Anmuthung / Liebe / zufangen / und hinzurichten,und Fleiß trüge unser gottseeliger Ni-

colaus zu den Kindern / und unschul- Als nun die Predicanten ( denendigen Jugend / in dem er sie den Ca- der Gewalt über. die Catholischen /techismum/ und was zu dem Christli- und das Blut zurichten neben anderenchen Glauben/ ihrer Seelen Heyl/und gegeben )festiglich beschlossen/den Ertz-Heiligkeik des Lebens vonnöthen wa- Priester Nicolaum zufangen/ öffnetenre/lehrte/ und underweisete / also sie ihren Rathschluß dem Haubtmanndaß er in seinem hochen Alter/ da er Buoliovon Malaters zu Sonders / ei-schon sibentzig Zahr alt wäre / nicht kön- nem Feind der Catholischen / und gu-te von der Lehr des Catechismi/ und ten Freund der Venedijchen Verbündt-Underweisung der Jugend abgehalten nuß. Life achteten die nächtliche

Zeit

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