Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Priester/, und Märtyrer. 477

Zeit zu dem kömmlichsten zusein/ da- fentlich bekennen wurde/ daß die obge-mit nicht so es bey Tag geschähe/ die melte Brieff ( welche durch die falsche«Spanische Ldhärenten (also nenneten Practick/ Gedicht / und Geschriben)sie die Latholischen) dem Ertzpriefter sein Handfchrifft wären / und also sichBeystand leisteten/ und under dem selber für einen Landsverräther / undVolck einen Auffruhr macheten. Der Fridenbrecher erkennete. Die RichterRath gefiele dem Haubtmann auch aber giengen zu einem feißten Nacht-wvhl / deßwegen in der zukünfftigcn mahl / und liessen ihnen darbey wohlNacht kainen die Soldaten/ undPre- seyn/ rc.dicanten under einander vermischt / mit

Wehren/ Büchsen/ Leytern/ und La- Als nun die Richter widerum in die ^ .

kernen/ umstellcten den Pfarrhoff/ sti- Gefängnuß kamen/wollen sie den from- ^gen an den Leytern zu dem frommen men Ertzpriefter Nicolaum( der jetzt beyErtzpriefter in sein Kammer / rissen ihn achtzig Jahr alt war) zwingen / daß ermit Händ / und Füssen aus dem Beth/ solle die falsch geschribne Briefffür seinvergundten ihme kümmerlich so vil Zeit/ Hand erkennen / und daß er das Vat-daß er seine Priesterliche Kleider anle- terland dem Gubernatdr/ oder Her-gen möchte / darauf banden sie ihme tzogen zu Mayland / und Cron Hispa-beyde Händ zusamen / warssen ihme niä habe wölienübergeben. Da aber dereysene Ketten an die Füß/ raubten / fromme Nikolaus mit bestandhafftigemUnd blünderten ihme seinen Pfarrhoff Hertzen dlse beyde Puncten läugnete /auß / Und eylten mit dem frommen all waren bald die falsche Zeugnussen be-ten Herren zu der Gefängnuß / daß rüsten/ welche er N colaus mit zierli-sie ihn belästigten mit schwereren / Und chen Worten / und Verantwortungengrösseren Banden / und verwacheten zuschanven gemacht. Ab Visen Reden/ihn fteißig/ damit er nicht von den Ca- und Bekandtnuß ergrimmeten die Rich-tholischen ihnen entzogen wurde. Als ter häfftig / befahlen dem Hencker /ks nun Tag worden / berathschlagten daß er den Ertzpriefter an das Folter-sie mit einander / was sie mit dem Ertz- seil schlagen solre: Der Nachrichcer zo-priester fürnehmen wollen / damit man ge dem frommen Herren seine Oderklei-ein scheinbare Ursach hätte ihne hinzu- der aus / und bände chme die Händrichten/ also waren falsche Brieff/von mit einem Seil / gleichwohl aus Mil-den Predicanten geschriben/ die des leiden seines hohen Alters/mt so starckErtzprusters Hand / und Schrifft ähn- zusamen als bräuchig ist. Als die Rich-lich waren/ auch falsche Zeugen bestekt/ rer dises ersahen / luffen Johann vondie da mit einem Eydt bezeugen sollen/ Porca von Zizers Mit stinen Gesellendaß er ein Landsverräther/ Und Ver- Blasio Alexandro/BonuraToutschio/stöhrer des gemeinen Fridens / und Casparo Alexio / und Stephans Gra-Varterlandö wäre. Damahlen war bricle hinzu / strafften den Hencker mitauch beschlossen/ daß man den Nicolaum Scheltwörter, / und name Johann vonnoch difen Tag mit gebundnen Hän- Porca den Strick selber / löseteihnwi-den auf dem Rucken in einem schmäh- derum auf/ und fienge von neuem anliehen Karren / als einen Mörder von dem frommen Ertzpriefter zubinden /dem Flecken Sonders gen Thufis süh- und deß Henckers statt vertretten.ren solle. Welches ohn zweiffel ge- Banden ihme erstlich beyde Daumenschehen wär / wann nicht etliche Welk- zu dem allerstärcksten zusamen/darnachliche / wiewohl aber Uncatholische Her- die Händ / und zogen ihn allgemach anren / den Predicanten eingeredt hät- dem Folterseilauf/ damit der Schmer-, ken / sagende: Es zimme sich nit einen tzen desto grösser wurde / und liessen di-Geistlichcn/ gleichwohl Bapisten/und sen alten Herren drey gantze Stund innoch nicht verhörten / oder verurtheil- einer solchen grossen Peyn hangen,ten / so schmählich zuführen / und zu- Hierzwtschen fragten die Richter denhalten. Darauf war er auf ein schlech- Ertzpriefter/mit guten/ scharpffen/undtes Roß geseyet / und ist von vilen arglistigen Worten / in Meynung daßSoldaten / und Predicanten biß gen sie etwas wollen von ihme erfahren /

Thufis begleitet worden. Allda war und in den Reden greiften / aber derihme kümmerlich ein hartes stücklein fromme Nicolaus redete so weißlich /

Brodt/ und ein txunck Wasser mitge- und demüthig/ daß alle ihre List verge-theill / und mit ruhen zuessen vergon- bens waren / deßwegen traueren ihmenek. Der Hencker führte Visen un- die Richter / daß sie ihme wölken einschuldigen Herrn in ein abscheuliche / grössere Marter anthun/ wann er sichund under der Erden vervorgne Ge- nicht wolle schuldig erkennen / und zo-fängnuß/ und zeigte ihme auch allerley gen ihn etliche bey den Füssen / etlichepeynliche Instrument / ihne damit zu- erschittelten das Folterseil / damit siepeynigen / wann er nicht frey/ und oft ihme ein gröffern Schmertzen erweckten/

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