Capuciner/ und Märtyrer. 461
ein jeder zu Freyburg sich eine Ehr dar-von machete ein vertrauter Marci Royzu seyn. Unter vilen anderen / wel-che von der wohlständigen Weiß/ undaufferbäulichen Umgang angezogen/sichin thue gantz verliebten / waren einigejunge Cavalliers aus Schwaben. Li-fe wie sie schlüßig gewesen / in auswär-tige Länder zu reisen / fren-bde Spra-chen zu erlehrnen/ und an anderen un-terschidlichen berühmten Orthen/ Schu-len/ und Hosen / das jrnige abzusehen/so ihnen heut / oder morgen zu Erwer-bung hoher Aembter / und Staigerungihrer sonstigen Adelichen Vorzügen kok-te beförderlich seyn; also zwecketen sieeinstimmig auf Marcmy/ Und erbatenthue mit so verbündlichen Worten zuihrem nicht nur Reyß-Gefährten/son-dern wohl gar für ihren Hofmeister /Und Vatter/ daß er weniger nicht köß-te/ als sie mit dem Ja-Wort erfreu-en : Doch mit dem angedingken Aiis-nühm / wann sie zu Beybehaltung rech-ter vereinigender Freundschafft sich je-nen wenigen Satzungen wollten unter-ziehen/ die er thunlich finden wurde /ihnen vorzuschreiben. Sie gelobetenihme sich in allem von seinen Unterwei-sungen leiten zu lassen. Worauf dieReyß beschlossen / und Anno 1604. an-getrerten worden. Wie dann disermit allen schönen Eigenschafften wohlversehene Hofmeister mit seiner Hoch-adclichen Gesellschafft aus Leutschlandeinen weitschichtigen Zug in Italien /Franckreich / auch einen guten Theilin Hispanien gethan. Auf diser lan-gen/ etlich jährigen Reyst hat er dieFranzösisch/ und Italiänische Sprachenin so vollkommenen Besitz bekommen /daß er dieselbe nicht nur zur Zierde sei-ner Persohn / sondern auch zum Nu-tzen der Seelen / nachdem er in demCapuciner-Orden Geistlich lebte/ oh-ne Anstoß hat zu reden gewußt. Ent-mischen hat weder die Weitschjchtig-keit der Orthen / weder die Menge un-terschiedlicher Leuthen/ noch die An-nehmlichkeit der gesehen/ und bewun-derten Sachen/ vil weniger die so un-endliche ander/ und andere ObjcÄen /oder Vorwürffdcr Augen sein in GOtt /und in die Ehrbarkeit versammletes Ge-müth jemahlen verwirren können. Ge-stalten dann seine CavallierS nach derHand eydlich betheurt / daß an ihmein allen günstig / und ungünstigen Zu-flössen eine unüberwindliche Zufrieden-heit bemercket. Nebst genauer Be-trachtung der allgemeinen Tag-Ord-nung / hat er täglichen / oder andereStund sich vorbehalten / der einsam-melt Betrachtung / ddtt innerlichen Ge-ben obzuligen. Zu Aufrecht-Erhal-k. schwer» Dre Schweig.
tung des Geists führte er mit sich geist-reiche Bücher. Seine alltägige An-dachts - Übungen bestunden in unaus-läßlicher Bettung des Officij der Seesligsten Mutter GOttes / des H. Ro-senkrantzes/ und Anruffung seiner H.H. Patronen/ sonderbahr des Heil.Crtz-Engels Michael. Monatlichpflegte er / ausser der Fasten der Him-mels Königin/ und anderer seinerSchutz-Heiligen/ einmahl die H. H.Sacramentder Beicht/ und CdmMu-nion mit grösser Andacht / und nichtminderen Nutzen der Seelen zu em-pfangen. So schwach / Und abge-mattet er jmmer von der Reyß schiene/hat er doch alle Sambstag in Wasser/und Brod gefastet/ neben deme/ daßer vor allzeit derUnMäßigkeit im Essen/und Lrincken abgesagter Feind gewe-sen/ hat er die gebvttene Kirchen-Fa-sten mit gestaiaerter Strrngheik gehal-ten. Wie er dann nicht nur sich sehtgrossen Abbruch in Speiß/ und Trans/sondern sonsten auch mit fcharpffen blu-tigen Gcißlen/ spitzig-unkommlichenCilicien / vil andere Plagen angethan:Wie dessen sein verwandter Lew / undöffter mit seinem Blut benetzte BodenZeugnuß haben geben können. Miteben Visen Strengheiteu heiligte er dieVorabend der Seeligsten Mutter GOt-tes / der H. H. Apostlen / des Sera-phischen Vatters Früncisci / und ande-rer / denen er mit sdnderbahrer Andachtergeben wäre. In während länge-ren Aufhält an vornehmen Orthen /sonderbahr zu Rom/zeigte er/ mit sovil Eyfer die allda befindliche Scltzam-keiten/ Und Fußstapffen des sinnrei-chen künstlichen Alterthums / und an,derer Sachen/ wegen welchen solcheReysen angestellt worden / aufzuzeich-nen / als die heilige Orch zu besuchen;dem Gewinnen der Ablässen nachzulauf-ft-/ bey den Gröberen der H. Heil.M.rtyrersich knyeud/ und innbrünstigbettend aufzuhalten/ und sonderbahrdas ausgesetzte Hochwürdigiste Altars-Sacrament mit tieffister Anbetkmigzu verehren. Er hat auch össterSdre krancke Spithäl besucht/ die Ein-verhafftete mit Zusprächen getröstet /mrt Allmosen / so vil sein Vermögen ihmgestattete/ beschenckt / Und mit denenVrspihlen solcher Christlichen Lieb sogar seine junge Herren zur Nachfolgeangezogen. Das wäre nun die bestän-dige Lebens-Weiß Marci auf seinergantzen biß in die 6. Jahr gedaurtenManderschafft / worvonderHochwohl-gebohrne Freyherr Johann Wilhelmvon Stotzingen/ als einer von der Ge-sellschafft / folgende glaubwürdige Zeug-nuß gegeben: vie herrliche Tugenden /
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