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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Capuciner/ und Märtyrer. 461

ein jeder zu Freyburg sich eine Ehr dar-von machete ein vertrauter Marci Royzu seyn. Unter vilen anderen / wel-che von der wohlständigen Weiß/ undaufferbäulichen Umgang angezogen/sichin thue gantz verliebten / waren einigejunge Cavalliers aus Schwaben. Li-fe wie sie schlüßig gewesen / in auswär-tige Länder zu reisen / fren-bde Spra-chen zu erlehrnen/ und an anderen un-terschidlichen berühmten Orthen/ Schu-len/ und Hosen / das jrnige abzusehen/so ihnen heut / oder morgen zu Erwer-bung hoher Aembter / und Staigerungihrer sonstigen Adelichen Vorzügen kok-te beförderlich seyn; also zwecketen sieeinstimmig auf Marcmy/ Und erbatenthue mit so verbündlichen Worten zuihrem nicht nur Reyß-Gefährten/son-dern wohl gar für ihren Hofmeister /Und Vatter/ daß er weniger nicht köß-te/ als sie mit dem Ja-Wort erfreu-en : Doch mit dem angedingken Aiis-nühm / wann sie zu Beybehaltung rech-ter vereinigender Freundschafft sich je-nen wenigen Satzungen wollten unter-ziehen/ die er thunlich finden wurde /ihnen vorzuschreiben. Sie gelobetenihme sich in allem von seinen Unterwei-sungen leiten zu lassen. Worauf dieReyß beschlossen / und Anno 1604. an-getrerten worden. Wie dann disermit allen schönen Eigenschafften wohlversehene Hofmeister mit seiner Hoch-adclichen Gesellschafft aus Leutschlandeinen weitschichtigen Zug in Italien /Franckreich / auch einen guten Theilin Hispanien gethan. Auf diser lan-gen/ etlich jährigen Reyst hat er dieFranzösisch/ und Italiänische Sprachenin so vollkommenen Besitz bekommen /daß er dieselbe nicht nur zur Zierde sei-ner Persohn / sondern auch zum Nu-tzen der Seelen / nachdem er in demCapuciner-Orden Geistlich lebte/ oh-ne Anstoß hat zu reden gewußt. Ent-mischen hat weder die Weitschjchtig-keit der Orthen / weder die Menge un-terschiedlicher Leuthen/ noch die An-nehmlichkeit der gesehen/ und bewun-derten Sachen/ vil weniger die so un-endliche ander/ und andere ObjcÄen /oder Vorwürffdcr Augen sein in GOtt /und in die Ehrbarkeit versammletes Ge-müth jemahlen verwirren können. Ge-stalten dann seine CavallierS nach derHand eydlich betheurt / daß an ihmein allen günstig / und ungünstigen Zu-flössen eine unüberwindliche Zufrieden-heit bemercket. Nebst genauer Be-trachtung der allgemeinen Tag-Ord-nung / hat er täglichen / oder andereStund sich vorbehalten / der einsam-melt Betrachtung / ddtt innerlichen Ge-ben obzuligen. Zu Aufrecht-Erhal-k. schwer» Dre Schweig.

tung des Geists führte er mit sich geist-reiche Bücher. Seine alltägige An-dachts - Übungen bestunden in unaus-läßlicher Bettung des Officij der Seesligsten Mutter GOttes / des H. Ro-senkrantzes/ und Anruffung seiner H.H. Patronen/ sonderbahr des Heil.Crtz-Engels Michael. Monatlichpflegte er / ausser der Fasten der Him-mels Königin/ und anderer seinerSchutz-Heiligen/ einmahl die H. H.Sacramentder Beicht/ und CdmMu-nion mit grösser Andacht / und nichtminderen Nutzen der Seelen zu em-pfangen. So schwach / Und abge-mattet er jmmer von der Reyß schiene/hat er doch alle Sambstag in Wasser/und Brod gefastet/ neben deme/ daßer vor allzeit derUnMäßigkeit im Essen/und Lrincken abgesagter Feind gewe-sen/ hat er die gebvttene Kirchen-Fa-sten mit gestaiaerter Strrngheik gehal-ten. Wie er dann nicht nur sich sehtgrossen Abbruch in Speiß/ und Trans/sondern sonsten auch mit fcharpffen blu-tigen Gcißlen/ spitzig-unkommlichenCilicien / vil andere Plagen angethan:Wie dessen sein verwandter Lew / undöffter mit seinem Blut benetzte BodenZeugnuß haben geben können. Miteben Visen Strengheiteu heiligte er dieVorabend der Seeligsten Mutter GOt-tes / der H. H. Apostlen / des Sera-phischen Vatters Früncisci / und ande-rer / denen er mit sdnderbahrer Andachtergeben wäre. In während länge-ren Aufhält an vornehmen Orthen /sonderbahr zu Rom/zeigte er/ mit sovil Eyfer die allda befindliche Scltzam-keiten/ Und Fußstapffen des sinnrei-chen künstlichen Alterthums / und an,derer Sachen/ wegen welchen solcheReysen angestellt worden / aufzuzeich-nen / als die heilige Orch zu besuchen;dem Gewinnen der Ablässen nachzulauf-ft-/ bey den Gröberen der H. Heil.M.rtyrersich knyeud/ und innbrünstigbettend aufzuhalten/ und sonderbahrdas ausgesetzte Hochwürdigiste Altars-Sacrament mit tieffister Anbetkmigzu verehren. Er hat auch össterSdre krancke Spithäl besucht/ die Ein-verhafftete mit Zusprächen getröstet /mrt Allmosen / so vil sein Vermögen ihmgestattete/ beschenckt / Und mit denenVrspihlen solcher Christlichen Lieb sogar seine junge Herren zur Nachfolgeangezogen. Das wäre nun die bestän-dige Lebens-Weiß Marci auf seinergantzen biß in die 6. Jahr gedaurtenManderschafft / worvonderHochwohl-gebohrne Freyherr Johann Wilhelmvon Stotzingen/ als einer von der Ge-sellschafft / folgende glaubwürdige Zeug-nuß gegeben: vie herrliche Tugenden /

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