Capuclncr/ und Märtyrer. 46z
sich arrfbittliche Anruffu'igen GöttlichenBeystands/ und Heyls-ersprießlicherEingebung / je mehr / und mehr ergrösrfetten / und ihme keine Ruhe gestatte/ten/ biß er nach erkennten handgreissii/chen Beruffdeß H. Geists bey demrer ?rovmci->l durch mehrmahligen bitt-lieb/ und cysttges Anhalten um den H.Orden den endlichen Anftmhm ausge-würckt. Wie er bann bald nacherFrcyburg in Breyßgau seine Prob zumachen bcfelchet worden. Bevor aberseiner Einkleidung mit dem Seraphimscheu k-tabir hat er seinen Puristen-Rockgegen eurem Welt-Oericalischen Prie-ster-Kleid abgetauschet; weil er ausPäpstlicher Zulassung die H. Weybun-gen übernommen / und an dem Hoch-seyrstchen deß Heil. Seraphischen Vat-ter FrancisciEhren-Tag in berCapuci-ner Kirchen zu Frcyburg im Vreißgaudas H. Meß-Opsser gehalten / aufwei-che ein abermahliger Kleider-Wechselgesolgct; indeme er von dem P. Angelovon Mayland/ als dortigen (^usrclisn,und ^ovisen- Meister an stakt einesfchwartzen mit einem braunen Vuß-K leid ist angethan worden. Währen-dru dssen H. Geschafft erbittere er sichferne innerliche Gemüths Austrucküngdem Schlacht-und Brand-Opffer der ^Gehorsamme. Der Nahmen Marciwu' de ihm nach Ordens Herkommen /und zwar in den Nahmen Fidelis verän-deret / welcher dem k. l^oviren-MeisterAnlaß gäbe dem angestandcnen jungenGeistlichen euren nachtrucklichen Zuspruch zu machen / da er dann hierzu iene^pocslyprische Wortals einen Grund-satz erkstttc : Tllo Riäelis algus aä mor-tem , ör claboribicoronam viru: : Geyegetreu bist in den Todt / jo will ich dirgeben die Erdn deß Lebens. DiseAnred verrichtete er mit solchem Nach-truck / und Eyftrdeß Geists/ als sag-te er vor jenen glorreichen Triumph /welchen diftr eifrige Ordens - Neylmgdurchsein getreu/und hertzhasstcs Ver-fechten deß H. Evangelst darvon tra-gen sollte.
Wie er sich nun also in der Schooßdeß H. Ordens gesehen / hat er sich ein-folgtich gehalten / geglaubt solcher ho-hen Gnad mit allem Ernst deß Geistsbeyzupflichten / wendete dahero alleKräffren an / den Eyfer in Übung derTugenden aufs neue zu erfrischen / samtihme vorhero hierzu niemahl wäre ernstgewesen. Hiermit brachte er so wohlseinen I^oviren-Meister / als seine Mit-d^oviren ineinegantze Erstaunung/ alswelche kaum begreiffen köntcn / daß einso ausgemachter Mann von etlich / unddreyßig Jahren / von so schöne» Eigen-
und Wissenschafften / von solcher Erfah-renheit in Handlung Hoch - wichtigerStaats-und Rechrs-Geschäffren/sich ureiner so liessen Niderträchtigkeit deßGemüths / Geringschätzungseiner selbstaugenblicklich herablassen mögen; Mas-sen den Unterschid zwischen ihm/und an-dern b^ovirren zu errathen / brauchte esmehrers nicht/ als nur Achtung geben/welcher unter ihnen/der in seinenSin/r/und Gebärden der demüthigste wäre.Ersuchte vor sich nur die mühsamst/ undverächtlichiste Verrichtung; Und wanndie andere Ehrenhalber/ und in Anse-hung seiner vorher habenden Vorzügen/oder seines Priesterthums / ihne derenüberheben wollen / hat er sich jedesmahlihnen herliglich widersetz / und gespro-chen : Ncm/ meine liebe Bruder / ge-stattet mir michindiftm Weingartendeß HErren um so ernstlicher zu ver-arbeiten / wie spater ich die Arb-ieungerretten. Ihr habet euch alsJüngling/und schon in der Frühe eue-rer Jugend dahin aufhingen lassen.Ich aber habe die erste Blühe meinesLebens dem thorrechlk-zumahl gefähr-lichen Wett - Dienst anfgeopsserct.Ist dahero der Billichkett gemäß /daß ich die so unfruchtbahr verkünd»lere Feit / Jahr / und Tag mit ver-doppletcr Embsigkelt widerum erlö-se/ und abführe. Dises wäre / mitwelchem der demüthe Novir in seinemHertzen/und Gedancken umgrenze; ob-gleich er angeregter Massen/ schon in sei-nem Welt-Stand ein solches Leben ge-führer/ weiches aller Urtheil nach eine»vollkommenen Religiösen ausmache»könnte. Einet solchen gottseeligen Auf-führung wäre die eigentliche Urquell /dre ununterbrüchliche Gemüths-Ver-sammlung in GOtt: Massen er Tag /und Nacht in einer Verzuckungs / ähn-lichen Betrachtung Himmlisch Göttli-cher Dmgen vertieffet anzutreffen gewe-sen. Das H. Gebett hat ihne so er-leuchtet / daß er alle seine Mängel / undGebrechen klärlich erkannte / die er dannauch mit öfteren / und heißen Zäherenbeweinte / obwohien sie seiner noch in derWelt erhallender Unschuld schier umnichts nachtheilig waren. So oft ersich nur der Gnad seiner H. Berußungerinnerte / hat sich in seinem Hertzen je-derzeit ein solche Frolockung deß Geistserhoben / daß sie sich so gar durch Hai-tere des Angesichts geäusseret / welche inihme etlicher mästen den VorgeschmackHimmlischer Wollüsten zu verrathen be-gunte. Über den Puncten deß Göttli,chen Beruffs redete er öffters mit seinenNeben-Novizen / und machte ihnendie beweglichste Vorstellungen einer sovortrefflichen Himmlischen WohlthatMmmr sor-s