4^rr Von dem Gottsecligen Fidele/
laubte Brevier Wart Lxoäi geschriben:
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scs Tags / an welchem ihr aus Aegpp-ren gekommen sepd. Hierbey hat ersich sechsten beständig deß jenigen erin-neren wollen / was der grosse GefahrGeber Moyses seinen Volck vorge-rückt / damit es der hohen Gutthatennrmmer vergessen / und dem GöttlichenGutthater nimmer undanckbahr seynsolle. Diser so nachtruckliche Antribyat ihne zu der allerstrengsten Lebens-Art verleitet: Dann über die angesetz-te Kirchen-und Ordens-Fasttag / anwelchen er sich sehr gesparsam ernahre-te / hatte er im Brauch alle Samb-stag / und alle Vorabend der Selig-sten Jungfrauen Maria / der Ordens,und anderer Heiligen / zu denen er ei-ne absonderliche Andacht pflegte / sichmit wenig Wasser / und Brod abzu-speisen. In Haltung aller siben Fa-sten unsers Seraphischen Vatters Fran-cssci wollte er disem seinen Gesatz Ge-ber nichts nachgeben. Neben diserStrengheit peynigte er seinen blossenLeib mir einem scharpffen Cilicio / undmit Mag blutiger Geißlung. DasHochheilige Meß-Opfer verrichtete ermrr solcher Ehernbietung / Aufmerck-samkeit / und Entzündung deß Geists /daß auch die Anwesende zur Andachtvermocht wurden. Niemahlen giengeer über Altar ohne vorhergehendStund langes eyffrige Gebett / und vor-genommene genauiste SacramentalischeGewissens Reinigung von allen auchkleinen Gebrechen / und mindesten UnrVollkommenheiten. In dem Chor / sowohl bey Tag / als bey Nacht wollteer jedesmahl der erste sein. Und ob-wohlen einige aus löblicher Eyffersuchtgetrachtet / ihme den Rang abzuren-nen / so hat es ihnen doch niemahl ge-lungen. Er psallirte mit einer solchenVersammlung deß Inneren / und mitsolcher Züchtigkeit /'Pausen/und An-spanungdeß äusseren Menschen / als ober mitten unter den SeraphinischenChören stunde. So pflegte er auch ne-ben der nach vollendten Nach-Mettengewöhnlichen stündigen Meditation /noch eine Stund darüber beträcht-lich zu betten: jedoch all dises mitVorwissen / Gutheißen / und Seegenseiner vorgesetzten Obrigkeit/ um keinesträfliche Besonderheit zu begehen.Dise so obenhin bescheidene Lebens-Weiß hat er under währenden Studioder H. Schrifft / ja die gantze übrigeLebens-Zeit beobachtet.
Damit ich aber die Schrancken einerabgekürtzten Erzehlung nicht überschrei-
te / wird genug sein noch daß jenige an-zufügen/ so von den jenigen/ die meh-rers bey / und um ihne gewesen dem?rocels ^abgelegt. D i e eigentlicheWort underschidlichen Zeugschafftenseynd folgende: Es leuchtete in chmeeine allertiestestc Demuth; eine all-bereitwilligste Gehorsame; eine rei*niste Iungfraufchafft ; eine stinenselbst beständig/ und strenge Abtöd-tung ; eine gegen GOtt / und deinNächsten gantz angestammte aufrich-tige Liebe. Gleiche Hochschätzunghatte er auch bey seinem P. Lector /Johann Baptist aus Pohlen/ der einMann von nicht geringer Heiligkeit deßLebens/ und Seltzamkeit der gethanenWunderzeichen / als hoher erleuchteterWlAnschafft ware/ wie dessen die neuezu Venedig gedruckte Franciscaner-Chronic in sonderbahren Ehren weit-läuffig gedencken. Diser GeistreicheMann/ ein eben daher um so gewichti-gerer Zeug / gibt von seinem best-gera-thenen Schüler dise Zeugnuß. Eshat P. Fidelis under währenden gantzTheologischen Studierens - Lauff aufdas Nagele hinaus erfüllet / was derSeraphische Vatter Franciscus von sei-nen Hinderen erforderte / nehmlichen :Das sie sich zu Eelehrnung menschli-cher Wlssenschassten nicht dergestaltren anwendeten / damit hierdurch derGeist deß Heil. Gebetes / und der An-dacht aus gelöscht wurde. Nachdemer also von dem 8ru6io der Theologieeinen solchen Zusatz so wohl.der Wissen-schafften / als deß Geistes erhauset/ ister' von seinen Obern bald darauf taug-lich erkennt / und vorgeschlagen worden /dem Volck das Wort GOttes zu pre-digen. In disem ihm auferlegten Ambthat er gleich zu erkennen geben/ wer erftye: Nehmlich ein vom Himmel ausge,sehener zum Heyl viler Seelen grosseDing zu würcken. Es hat ihne mei-stentheils getroffen an denen vornehm-sten Provintz - Orthen / so wohl inSchwaben / als in der Schweiß dieCantzel zu versehen. Die abgethaneMißbrauch under seinen Zuhoreren /die nahmhaffte Bekehrung angewöhn-ter/ und verschreyter Sünderen/undderen erfolgte ernstliche Bußwürckungwaren hellredende Zeugnussen/ daß sei-ne Predigen ihm aller Orthen müssenwohl abgelösten seyn. Es waren ebendise jedermanniglich angewachsen/ undangenehm / so gar die geschworne Kir-chen-und Glaubens - Feind sechstenseynd zugelosten selbe anzuhören. Diesich bann verwunderet über die Ernst-haftigkeit seiner Redens-Art / über diebündige Beweißthümer seiner Vor-trügen/ und über den entzündtcn Ey,
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