Capuciner/ und Märtyrer. 47s
erheischenden Fall denen Bedürftigenhülfflich zuzueyien / zurück binden mö-gen. Er predigte aller Orthen / undzuweilen öfters an einem Lag; er wi-derlegte die Irrthümer des Calvini /und Zwmglij; er besteiffke die Wahr-heit der Carholischcn Geheimnussen /underwiese die unumgängliche Noth»wendigkeit/ solche alle kräfftiglich zuglauben / wann man änderst die ewi-ge Seeligkcit erlangen wolle; er un-derricktete sie / die H. H. Sacramen-ten nützlich zu gebrauchen: Er erklär-te ihnen die ordentliche Kirchen - Ge-präng/ und erzeigte sich gegen allengleichmütig/ und eine rechten Hertzens-Freund/ ja wohl gar ein gantz verlieb-te Mutter gegen ihre Kinder. Waller eine Mißion an wilde / gebürgige /und solche Qrth zu verrichten hatte /weiche mit nichts versehen/ und vonlauter ungeschlachten / wider die Ca-tholischen / sonderbahr wider die Geist-liche unversöhnlichen verhaßten Leuchtbewohnet waren / ist nach vil ausge-standener Mühe/ und Arbeit offter-mahleiz ein kleines Stück schwach rau-hen Brods / so er noch hat erbeutenmüssen / sein völlige Erquickong; denenermüdeten Gliderenaber ein wenig Heuim Stall/ oder auch nur in eine» mitAesten bedeckter Hütten das Ruhebech-lein gewesen / und müste er den Einlaßin irgend einen Stall noch für eine Gnadhalten. So unauösetzlich / und großfeine Bemühungen/ und Bearbeitun-gen immer waren/ ist er doch niemah-len zu bereden gewest/ die geringsteBesonderheit jemahlen anzunehmen /als so vil unser armer / und rauherGrand der Gemeinde gewöhnlich zu-lasset : Seine grosse Heil. Gewohn-heiten / und gewohnte Andachten mü-ssen ihme ohne den mindesten Nachlaßewiß entrichtet werden/ daher» schri-e er sich eine bestimmte Zeit vor deneninnerlichen Betrachtungen/ so wohlbey Tag/ als bey Nacht abzuwarten/in welchen man ihne vilmahl in einergantz süssen Verzückung vertieft/ undvon seinen Sinnen aller entäußeret an-getroffen. Über die obligende blo-rL 5 Lanonicas) Und andere andächti-ge zu zerschidenen Heiligen/ und bevorzu dem H. Ertz - Engel Michael zihlen-de Gebetter / liesse er niemahlen ausden Heil. Rosenkrantz/ Vene er zu Eh-ren der Seeligisten Jungfrauen Ma-riä alltäglich Mit möglichster aufmer-' ckender Andacht abgekettet. Erpsteg-te sich alle Nacht ohnfehlbar empfind-lich zu geißlen. In denen so wohlfreywillig/ alsgebortenen Fastcn'woll-te er von seiner angenommenen Streng-heil nicht eines Nagel-breils ablassen/
k. Uurer, Die H. Schweig.
wann er gleich von vornehmen Catho-lischen Gutthäter/ bey denen er etwassbeherberget wäre/ hierzu angemüsset/ja freundlich ersucht wurde. Wanner seinen Gesellen bey sich hatte/ mü-ste alle Tag ein Zäher - flüßige Beichtdem Meßlesen vorangehen. Obwoh-len er die Reinigkeit seiner Seelso gantz/so aufrecht erhalten / daß fein Beicht-Vatter nach seinem Tod eydlich bethcu-ret: Daß wann er ihne Beicht ge-hört / er kaum eine genügsame Ma»rcry zusammen bringen können ihmedie Absolution darüber zu ertheilen.Unbeschreiblich ist es/ mit was vorDemuth/ Gravität/ und Auferbau-lichkeit des äusseren Menschen er überAltar gegangen die H. Meß zu lesen.ZuüberflüßigerProb seiner unvergleich-lichen Frommkeit erklccket jenes / daßeinige Calvinisten / welche aus lauterFürwitzigkeit sich in seiner H. Meß ein-gefunden / gantz reumüthig / mit Ver-wunderung/ und Ehrenbictigkeit gegkdisem Göttlichen Geheimnuß/ so sievormahls verspottet / angefüllt darausgegangen. Indeme der Seelen - eyf-rige Mißwnarius nicht nur'mit Wor-ten / sondern auch mit Wercken gepre-digt/ wohl erkanntlich / daß die Werck-Predigen von weit grösseren Eintruck/und Würckungen seyen / als die Wort-Predigen/ dahero wäre sein geschaffterSeelen-Frucht unaussprechlich / mira-ber schon genug zu dessen Beweißthumetwelche nahmhafte Bekehrungen eini-ger vornehmen Persohnen des Landseinzuführen. Vornehmlich wäre dieBekehrung des Herrn Antoni vonGu-gelberg/ weylands eines grossen Cal-vinisten/ sonsten aber eines Mannsgroßen Ansehens in Pündten. Nach-deme er durch die Predigen P. Fidelisseiner Blindheit entbunden/ hat er sichentschlossen/ dem Irrglauben ab/ undder Catholischen-Kirchen öffentlichenaufzuschwvren. Der Gottseelige Mastwäre eben damahls in dem DorfGrüschanzutreffen/ wohin sich dann Herr An-tonios erhoben/ in dem gäntzlichenVorhaben seinen heiligen Entschluß zubewercken/ und in tue Hand seinesGeistlichen Vatters die Bekandtnußder wahr-alleinseeligmachenden Reli-gion abzulegen. Wie aber die Cal-vinisten solches »erkundschaftet / habensie ihme aufdem Weeg Meuchelmörde-risch aufgepaßt / ihne unvermutheterDingen überfallen/ und grausamerWeiß entleibet. Aber ehe semer Ent-gristerung hat er mit seiner Zung öffent-lich bekennet/ er jeye durchaus gutCatholisch. Nach seinem Tod hatman einen Briefs bey ihm gefunden /folgenden Lauts : Hüte dich wohl vor
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