49o Von den Gottseeligen Fidele /
fters beyRorschach einStücklein vonderGürtel deß seeltgen Märtyrers Fidelisbekommen/ und dises ihrem Man« an/gehenckt / derweil den seeligen Fidelemmit innbrünstigem Gebett / und Seuff-tzer um die Gesundheit ihres MannSanrüstende / ist er in einen liessen Schlaff/und in solchem in einen starcken Schweißgerathen. Nach zwey Stunden er-wachte / und stunde er frisch / und ge-sund aus dem Beth auf; also daß ervon freyen Stucken bey guten Kräfften/und Vernunfft morgens frühe in dieKirchen gegangen / nach abgelegter keu-wüthiger Beicht / und würdig andäch-tiger Empfahung des HochwürdiglstenAltars - SacramentS der GöttlichenMajestät/ und feinem vil vermögen-den Vorbitter Danck zu sagen.
In eben besagtem Rorschach/undKloster der Reformirten St. Fcancif-cr Schwesteren / Capucineren genannt/läge eine Schwester/ Anna Nestlerin/durch ein hitziges Fieber / und dessenhefftige xsroxitmos auch ihres Ver-stands beraubt: nicht nur die leyden-de / sondern auch die rhunlichiste voneinem berühmten Doctor vorgeschrie-bene Mittel wurden von dem Gewaltdes Fiebers gäntzlich enrkräfftet. Nach-deme solches m die 20. Täg gedauret/wendet sie ihr Vertrauen von denenleiblichen Artzten ab / und auf einenHimmlischen: Aufden seeligen Fidelem/dene sie mit lebendigen Glauben bltt-lichersucht/ und das Heylthum beso-lden erwehnten Strick - Gürtels an dieStirn gehalten hat: Wordurch sie un-verzüglichzu solcherGejundheit gelangt/als ob ihro nichts gefehlet hätte.
Udalricus Saler würde durch ei-ne sieben Wochen lang immer zuneh-mende Kranckheit schon so vil als einTodtes eigner. Mit einem böß-ar-tigen hitzigen Fieber vergesellschaffteresich auch die Wind-Wassersucht / undschwartze Gallen. Daher» nichts an-ders zu thun wäre / als nach Christli-cher Versetzung mit den H. H. Sa-kramenten des leisten Athem-Zugs zuerwarthen. Seine vor Leyd wegenbevorstehenden Verlorst ihres liebenManns aller hingeworffene Ehefrausonderte sich auf eine Seithen/ knyetauf den Boden / Visen mit häusfiaenZäheren begiessende. Richtet sichgleichwohl durch das Vertrauen gegenden hohen Verdiensten unsers seeligenMärtyrers in etwas auf/ flehner vi-fen um seine Hülst an/ und verlobet /im Fall der durch thne auswürckendenBesserung ihres Manns/ zu Feldkirchseine Reliquien mit einer Beicht / Com-
munion/und anderen Andachts Übun-gen zu verehren. Greiftet die wun-derthätige Hand-GOttes nach abge-legtem Gelübd gehet sie zu sehen/ wiees um ihren Mann stunde. Und in-dem sie ihn allbereit entgeisteret ge-glaubt / sitzet sie ihn noch Athmen sei-ne schon zugeschlossene abgestandeneAugen gantz lebendig eröffnen/ deut-lich reden : Massen er begehrte aufzu-stehen/ wie er dann auch würcklrchenaufgestanden/ und sich vollkommen ge-sund befunden.
So hat sich auch mit Anna Keussicherm von Bregentz ein Stuck vousonderbahrer Seltzamkeit zugetragen:Es wurde vife von einem / von Lagzu Lag höher steigenden Fieber / so sichendlich in eine noch gefährlichere Wind-sucht verlohren/ angegriffen/ und al-ler von 5. OoNoribus vorgekehrtenMedicinen ohngeachtet / auf das äus-serste des Lebens getriben. Indemman nun das baldige Hinscheiden ver-muthete/ begehret sie aus dem TrmckGeschirr/ dessen sich der seelige Fidelisbey Lebs - Zecken bedienet / zu rrmcken.Man bringt/ und füllet es mit Wein.So bald sie selbes ausgesürblet/ ist ihrein gantz lieblicher Schlaffzugestanden/dessen entbunden/ stehet sie nicht alleinfrisch/ und gesund auf/ sondern hatteauch einen solchen Appetit/ daß sie sichmit den anderen bey dem Abend-Es-sen zu Lisch gesetzt/ und zu aller Ver-wunderung niedlich darauf geessen hat.
Zur Zeit einer ansteckenden Sucht/welche man die Ungarische Kranckheitnennet/ und die Stadt Feldkirch zärt-licher Massen ängstigte; weil sie mit de-nen angesteckten einen kurtzen Proceß;sondern sie alsobald unsinnig / rasend /Und ihnen den garaus machete / isthochgedachter Frauen lieber Sohn /Vespasianus benahmset von eben vi-fer Sucht überfallen worden. Diesorgfältige Mutter/ um den Verlurstihres Sohns nicht zu erleben/ von ei-gener Erfahrnuß zu einer verträulichenAndacht gegen dem seeligen Fideliauf-gemunteret/ hencket demKrancken einkleines Flecklein von dem Habit desseeligen Martyres an den Hals/ de-ne zu gleichem Vertrauen anweisende;auf welches der Krancke sich des Giffts/und der Todtes - Gefahr befreyet/ er-höhtet/ und feinem Vorbitter die gäh-linge Auferstehung billich / und Danck-barlick zugeschriben.
Sophia Papussin von Feldkirchklagte grausame Schmertzen / so voneinem vergifften in den rechten Armbsich gefetzten Fluß ihren Ursprung hat-ten.