In der H. Weyhnacht-Zeit. 15
In der H. Weyhnacht-Zeit.
/ Weyhnacht-Abcnd in der Sill / ein
n , ^'tieffer Schlaff mich überfiel/ mit Freu-l, den gantz begossen: Mein Sccl cmpfieng vil
> Süssigkeit/ siir Honig nnd für Rosen.
i. Mrr träumet / wie ein Engel kam / und
fuhrt mich biß gen Bechlehem/in Judcnlands so ftrre: Großwrmder Ding ich euch hie sing/
/ hört zu ein newc Ma hre.
In einem Stall gieng ich hinein / darine «in Ochs nnd Eselcin / ihr Hew beym Krip,; plein äffen: Voll edler Art / ein Jungfrauzart/ kläglich bey ihnen fassen.
1 Ein Kindelein nackend und bloß / lag in
. der edlen Jungfrau Schoß / es leuchtet als
. die Sonnen: Sein Äuglein flössen immer
» zu/ wie lebendige Bronnen.
Diß Kindlein war der gwaltig GOtt/ der. Himmel und Erd erschaffen hak / der alle, Thier bekleidet: Der alls erhalt / was in der
- . Welt/kein Hilffward ihm erzeiget.
- - Sein zarte Hand und Füsselein / erzitte-
> ren vor grosser Pcyn/ die fcharpffe Kalt ihn
brennet: Sein Anglicht wand er hin- undher/ob ihn die Welt erkennet. In