XVIII
Holztafeldrucke.
des letzten ist ausgefiillt mit der Handschrift desursprünglichen Besitzers Pater GallusKemly, St. Gail. Conventual (f um 1477), der auch einzelne Korrekturen des Texts indie xylogr. Tafeln eintrug. Das Exemplar ist komplet, wie aus der Zwölfzahl derSibyllen, der Vollständigkeit des Lebens Jesu und der lückenlosen Signatur A—M her-vorgeht. Der Abdruck ist mit dem Reiberund ziemlich dunkler Schwärze (Wasser- oderLeimfarbe ohne Oel) gemacht. Die gothische Schrift ist die nämliche wie in der Bibliapauperum, das t zeigt wie dort den perpendikulären Haarstrich am Ende des Querbalkens.Abkürzungen und Ligaturen sind häufig. Jedes Blatt ist mit einfacher schwarzer Liniean den vier Rändern eingefasst; die Sibyllen (links) sind durchgehends in ganzer Figurauf einem Lehnstuhl sitzend dargestellt; im Hintergrund fol. 1, 5, 9, 11, 13, 15, 17 Ge-bäude. Die Propheten und Evangelisten (rechts, untere Abtheilung) sind ebenfalls ganzeFigur. Gut erhaltenes Exemplar in modernem Einband, zusammen mit dem typogr.Rationarium Evangelistarum (Th. Anshelm 1517). Von diesem Holztafeldruck schweigenalle mir zugänglichen Ilülfsmittel: Sotzmann, im Histor. Taschenbuch 1837 und 1841,Massmann Münchner Xylographa Serapeum Bd. II, Heller Gesell, d. Holzschn.-K.,Falkenstein Gesell. d.Buchdr.-K. und Weigel’s Kunstkatalog (soweit er hier vorhanden).
3. Deutsches Gebetbuch.
Unvollständiges Exemplar; zu Anfang, dann vor fol. 16 und am Ende fehlenBlätter. Vorhanden sind 16 Bll. oder 32 Seiten in 12°, 13 C.-M. hoch und 9 breit; dieSeite hat 14—16 Zeilen und ist durchgängig mit einer schwarzen Linie an den vierRändern (auf dem untern auch mit zweien) eingefasst. Blattzahl und Signatur fehlen. Derganz in Holz geschnittene und mit grauschwarzer Farbe abgedruckte Text zeigt eineebenmässige deutsche Cursivschrift mit wenig Abkürzungen und enthält 8 illumin.blattgrosse Ilolzschnittbilder in blossen Umrissen ohne Schattirung. Fol. l a : Christus,S. Petrus undMalchus, altkolorirter Ilzschn. Auf der Rückseite der Anfang des (defekten)Texts mit denWorten: vnsers ewigen vattert wißhait vnd\sin gütliche warhait etc. Fol. 2 aunten: liebe nimer getchaide Amen. Fol. 2h Hzschn.: Jesus vor dem Landpfleger. Fol. 3 1 :/.e tercz zit die iuden alle ichruwent \ wir tollent ain erütz buwen vnd | etc. Fol. 4 a obersteZeile: Ach vnd ach vnd aller engel krön do\ verschied vnser her etc. Fol. 5h letzteZeile: die ewigen glory Amen. Fol. 6 a : Almechtiger imer wettender \ got etc. Fol. 7 a einnicht völlig blattgr. I Izschn.: Die Mutter Gottes — darunter: Ain guot gebett von vnterfrowen \ O werde junckfrow ctc. Fol. 9 a : Ain gut gebättvonvnß frowen Maria du gcivaltigeküngin der \ himmel etc. Fol. ll a ein Ilzschn., nicht ganz blattgr., Maria: Verklärung;darunter: Bis gegrüttet maget der hailgen\dryvaltigkait etc. pol. 12h Ilzschn.: S. Barbaramit Krone und dem Thurm in der Hand. Fol. 13 a : Gegrütteti tyett kotpart edelgett-\ainvnd marterin tancta barbara etc. Fol. 14 a Ilzschn.: S. Katherina mit dem Schwert inder Hand und dem Rade hinter sich. Fol. 15h Ilzschn.: S. Dorothea einen grünen Kranzim Haar, ein Körbchen voll Früchte emporhaltend. (Hierauf ein Defekt.) Fol. 16 aoberste Zeile: — zenen vnd von allen gebretten \ ; letzte Zeile: ihetum crittum Arnen IDiese letzte Textseite enthält ein Gebet an die h. Apollonia. Fol. 16'> ein Ilzschn.:Maria Magdalena mit dem Balsamkrüglein. — Auch von diesem xylogr. Buch ist mirkeine Beschreibung bekannt geworden.