XXII
Holztafeldrucke.
Untersinkenden aus dem Strome hilft. Links sitzen der Papst mit dem Papstkreuz,dann ein Ordensoberer und über den Schiffsbord gebeugt ein Bischof, der einenschwarzen Mönch aus dem Wasser rettet. In der linken obern Ecke die Gürtelbildervon vier Reisigen, weiter unten ein Uferfelsen mit zwei Pilgern davor; rechts am jen-seitigen Ufer ein Stadtthor mit zwei Pilgern auf der Strasse, darüber in der obern Eckefünf betende Mönche und Nonnen in halber Figur. Ohne Zweifel die Rückfahrtder h. Ursula, in Hegleitung des Papsts, von Rom nach Köln. Mit dem Reiber gedrukterIlzschn. in schwarzen, schattirten Umrissen.
Nr. 15. Seite 15: Folioblatt, 25 C.-M. hoch, 17 /* breit. Unter einer von gekup-pelten Säulen getragenen, fein ornamentirten Mauerzinne steht Christus mit Strahlen-nimbus in rothem Mantel und weissem Unterkleid, ein auf dem Hoden ruhendes, ihnüberragendes Halkenkreuz (Schräg- oder Andreaskreuz) mit beiden Händen vor sichhaltend. Der Fussboden ist mit bunten Plättchen ausgelegt, der Hintergrund mit weissausgesparten Arabesken auf schwarzem Grund in reicher Fülle verziert und die Ge-wänder punktirt wie Stickereien. Metallschnitt genauester Ausführung bis in’s kleinsteEinzelne, in sogen, geschrotener Arbeit, auf Messing wahrscheinlich mit Hunzen ge-macht, alles weiss auf dunkeim Hoden mit dichter Schattirung. (Vgl. Sotzmann Hist.Taschenbuch 1837. S. 569—74.)
Nr. 16- Seite 16: Folioblatt, 23 C.-M. hoch, 17'/j breit, in doppelter Randleiste,die innere weiss, die äussere, 2 C.-M. breit, mit Arabesken gefüllt. Jesus am Kreuz mitder Inschrift: INRI in goth. Majuskeln. Zu beiden Seiten die Schächer, am Fuss fünfklagende Frauen, in leidenschaftlicher Geberdung, mit dem Spruchband: miserere meideus in goth. Minuskeln. Der Hintergrund tapetenartig mit Rosettchcn gemustert, dieKreuze und Gewänder weiss gekörnt auf schwarzem Grunde, Schrotblatt wie dasvorige, aber von anderer Hand, trüber und verworrener in der Wirkung.
Nr. 17. Seite 17: Folioblatt, 23 C.-M. hoch, 17'/t breit, etwas schadhaft, indoppelter Randeinfassung (wie vorige Nr.), die jedoch anders gemustert und in denEcken mit den kleinen Symbolen der vier Evangelisten und ihren Namen verziert ist.Gegenstand: St. Georg zu Pferde, über den durch einen Speer in den Hals erlegtenDrachen schreitend, mit geschwungenem Schwert, im Schuppenpanzer, das flatterndeHaar mit federngeschmücktem Harett bedeckt. Rechts Felsen mit einer Burg, links einBetender auf einer Anhöhe. Der Hintergrund, die Luft, ist leer gelassen. Metallschnitt^weiss auf schwarz, in gekörnter Manier wie vorher.
Nr. 18. Seite 18: Quartblatt, 20 C.-M. hoch, 13 /j breit. S. Othmar, ganzeEigur, in dunkelbrauner Kutte, den Bischofsstab in der Rechten, das Fässchen in derLinken, mit ringförmig tonsurirtem, bartlosem Haupt und einfachem Nimbus. Nebenihm zu beiden Seiten sein Name: Sant Othmar. Der Heilige steht unter einem an denRändern des Bildes hervortretenden Portal auf einfach getäfeltem Fussboden. Leichtschattirter Holzschnitt in feinen, wie mit der Feder gezeichneten Linien.
Nr. 19. Seite 19: Quartblatt, 18 C.-M. hoch, 12*/* breit, in einfacher, schwarzerRandlinie. In einer Landschaft kniet vor dem Crucifix, das unter einem Baum auf F’elsensteht, „Sanctus Wendelinus confessor christi“ (wie Kemly’s Beischrift sagt), als bärtigerMann, nicht als Knabe dargestellt, vor sich einen Hund und vier Schafe, mit demkeulenförmigen Ilirtenstab unter der rechten Hand, einen Kranz (wie von Muscheln)über dem linken Arm, die Waidtasche an der rechten Hüfte. Links im Bilde auf einemFelsen ein Baum, der Boden mit Kräutern und Blumen bewachsen. Reiberdruck in