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Der Lehrermangel nach seinen Ursachen und Wirkungen : Vortrag auf der Provinzial-Lehrer-Versammlung in Fürstenwalde (Spree) 1907 / von Konrad Agahd
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einen besonderen Lehrer zu haben. Dah das auf dem Lande nichtgelnngen ist, dafiir sind jene 1661182 Menschen, von ivelche» dieStatistik von 1891 mitteilt, dah sie in Klassen mit mehr als 70und 80 Kindern unterrichtet wnrden, in erster Linie bezeichnend.

Rechnen Sie nun bitte dazu noch etiva weitere 10 Millionen,die von 1860 ab in den ubersiillten und uberfulltesten Schnlenihre Bildung genossen haben —, dnnn iv i r d uns er-klarlich, dah die Zentralverivaltung, auch ivennsie die b e st e n Absichten Hat, in jenen breiten und brei-testen Landvolkschichten keinen R e s o n n n z b o d e n furBildung spolitik findet, finden kann.

Die Geschichte jedes einschneidenden Gesetzes lehrt es, d a hgesetzgebende Korperschasten, menu sie Regiernngen die Vorlageeines Gesetzes empfehlen ivollte, die Jdee des Gesetzes von einerGruppe besonders Befahigter und Gebildeter verbreitet, und dieMasse snggerirt wurde, kurz, dah die gesetzgebende Korperschafteinen Resonanzboden sich schuf.

Ganz dasselbe tut eine Rcgierung, ivenn sie s e l b st a n d i gBorlagen an die gesetzgebende» Korperschasten bringt. Jch erinnerean die Aktionen des Flottenvereins. Jch erinnere an die offiziosePresse bis zum Kreisblatt herab und den Generalanzeiger vonSchivalbendorf.

Wo ist die fiihrende mit tiefstem s o z i ale nBer st and n is ausgestattete Gesellschaftsschicht,die die ungeheuren Folgen einer u nvollko ru-men en Erziehung und Bildung von Millionenvon Kindern i n alle n i h r e n mit N a t u r nvt -rvendigkeit eintretenden Ivlg e n uberschaut?

Es kvmmt beim Himmel in den Zahlen, melche ich Jhnennannte, das Berantwortlichkeitsgefi'ihl der Gesellschast dem letztenoder dem ersten Volksschulkinde gegenuber, zumal der Schul-z iv a n g besteht, mehrfach n n r als Karrikatur zumA u s d r u ck.

Jch betoue mit besonderer Freude, dah das soziale Ver-standnis der Gebildeten gewachsen ist gegenuber den Kriippeln,Blinden, Verwahrlosten, gegenuber hungerndcn, verlassenen undverivaisten Kinder, aber wir sind auf dem besten Wege anzu-nehmen, dah Jugendwohl beziehungsweise Kinder- und Jugend-lichenfursorge der Hauptsache nach Sorge um die Erhaltung desSchwachen sei. Moglich ubrigeus, dah uns dieser Weg aus denbesseren bringt, es bedeutet allerdings die Sorge um das negativStarke ganz zweisellos auch immer einen Vorteil sur das Starke.Aber die Hauptsache ist doch solche Jugendfiir-sorge, die das an sich Starke er h al t, befestigt, stutzt,beivacht, kràftigt, sodahesnicht erst kruppelhaft wir d,damit man an ihm herum sorgt, und — ach so ost, zu spàt damit