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Die Sehenswürdigkeiten Marburgs und seiner Umgebungen in geschichtlicher, kunst- und kulturhistorischer Beziehung / von Wilhelm Kolbe
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Weidenhausen.

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Eselsfresser" gescholten wurden?) Hier sollte aber das Längohr beieinem eventuellen Unfälle offenbar als Opfer dienen.

Wie ungestüm die Fluten der Lahn dieser Brücke zu begegnenpflegen, bezeugt deren wiederholter Einsturz am 12. Januar 1552 undam 31. Dezember 1763. Die sonstigen, die Strafsustiz betreffendenDenkwürdigkeiten, die an dieser Stätte haften, sind bereits früher er-wähnt worden?)

An längstvergangene Zeiten und Zustände erinnert uns in Weiden-hausen auch das St. Jakobs-Hospital oder Gotteshaus.

Schon vor Erbauung des gegenwärtigen, in den Jahren 1569 bis1572 errichteten, Gebäudes befand sich an dieser Stelle eine von einemhiesigen Bürger, Veiten Sinning, gestiftete Behausungzur Beherber-gung der durchziehenden Peregrinen und Pilger", welche unter dasPatronat des Beschützers der Pilger, des h. Jakobus, gestellt war. In-folge Reorganisation dieser Anstalt im 16. See. ward dieselbe in einBürger-Hospital umgewandelt. Das dermalige Gebäude zeigt in seinemunteren, steinernen Stockwerke noch die, im Mittelalter sehr beliebte,Einrichtung einer offenen Laube oder Halle an der vorderen Seite, derenflache Holzdecke von einem Steinpfeiler getragen wird. Die neben dergotisierenden Spitzbogenthüre an zwei Konsolen angebrachten Muschelnerinnern aber an den Patron des Hauses, den h. Jakobus, der stetsmit einem Pilgermuschelhut dargestellt zu werden pflegte. An der vor-deren Außenwand des Gebäudes ist oberhalb der Laube ein figurcn-reiches Gemälde, die Auferweckung des Lazarus durch den Herrn, auf-gehangen, als Bild der Hoffnung aller armen Lazarusbrüder, die hierauf die Erlösung vom Leibe des Totes warten.

Zur Aufnahme alter, gebrechlicher Leute dienen, außer diesem Hos-pitale, auch noch die beiden Siechenhöfe vor Weidmhausen, die unsdurch ihre Lage und frühere Bestimmung einen Einblick in die Sani-tätsanstalten des Mittelalters gewähren.

Bis etwa zur Mitte des 12. See. gab es bei uns Krankenhospitäleroder Jnfirmarien nur in Verbindung mit Klöstern. Erst infolge desdurch die Kreuzzüge hervorgerufenen totalen Umschwunges auf dem Ge-biete des Völkerverkehrcs erschienen die bisherigen Sanitätsanstaltennicht mehr ausreichend, und auch in gesundheitspolizeilicher Hinsicht

st Simrock, Handbuch der deutschen Mythologie, 3. Auflage, S. 48.st Siehe S. 27, 70 und 71.