Buch 
Ein Gang durch Pariser Schulen / von J. Pünjer
Entstehung
Seite
22
JPEG-Download
 

22

jeder Schüler seinen Namen und den Tag, wann er das Heft gehabt hat,vermerken. Wenn das Heft seinen Kreislauf vollendet hat, wird es mitseinen Vorgängern im Schulschrank aufbewahrt. Man muß zugestehen,daß dies Heft dem Revisor ein schätzbares Hülfsmittel sein kann für Ge-winnung eines richtigen Urteils. Dann ist noch noch folgendes zu er-wähnen. Es besteht für die Volksschulen folgende Vorschrift*):JederSchüler erhält bei seinem Eintritt in die Schule ein besonderes Heft,welches er während der ganzen Dauer seines Schülerlebens behalten muß.In jedem Monat wird die erste Aufgabe in jedem Unterrichtsfach vondem Kinde in der Klasse ohne fremde Hülfe in dies Heft geschrieben, sodaß alle diese Aufgaben zusammen gestatten, dem Gange der Übungen zufolgen und zugleich die Fortschritte des Schülers von Jahr zu Jahr zubeurteilen. Dies Heft bleibt in der Klasse." Auf eine Frage von meinerSeite wurde mir die Antwort, daß diese Vorschrift genau befolgt werde.

o. Das Verkehrsheft. Preise.

Jeder Schüler hat ein kleines mit Vordruck versehenes Verkehrsheft,genannt Is earnst äs evrrssxoiläanes oder 1s Uvrst Minriains. Nachje zwei Wochen schreibt der Lehrer in dies Heft Zeugnisse für Fleiß, Be-tragen und häusliche Arbeiten, sowie für zwei Fächer, die natürlich voneinem Mal zum andern wechseln. Einmal z. B. wird Zeugnis gegebenfür Rechnen und Schreiben, das nächste Mal für Geschichte und Geo-graphie u. f. f. Die Zeugnisse werden ausgedrückt durch die Ziffern von110. Der Lehrer fügt hinzu, welchen Klassenplatz der Schüler in diesenFächern und welchen Platz er im allgemeinen hat. Der Direktor unter-schreibt dies Zeugnis, und der Schüler muß es zu Hause mit der Unter-schrift seines Vaters versehen lassen. Diese Vorliebe für öfteres Zeugnis-geben findet sicherlich nicht den Beifall deutscher Pädagogen. Sie stehtohne Zweifel in ideellem Zusameuhang mit der in allen Schulen, ganzbesonders auch in den Sekundärschulen**) eine bedeutsame Rolle spielendenSitte der Preisverteilung. Am Schluß des Schuljahres werden an die-jenigen Schüler, die die besten Leistungen auszuweisen haben, zur Beloh-

*) S. I.es Nünveaux kroxrainines ete. 12. ^,rt. 15.

**) d. h. nach unserer Bezeichnunghöheren Schulen" (Gymnasien, Realschulen rc.).