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Die Methodik des neusprachlichen Unterrichts : ein geschichtlicher Überblick in vier Vorträgen / von Wilhelm Viëtor
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DRITTER VORTRAG.

DIE MODERNE REFORM.

Zu den angeblichen Heifsspornen, auf die ich zu Endeunserer letzten Betrachtung hinwies, gehörte ich selbst.Daran ist nichts zu ändern oder zu leugnen, und das möchteich gar nicht. Aber ebendeshalb bin ich auch keineswegsder Mann, Ihnen die Zeit der beginnendenReform alsunparteiischer Kritiker zu schildern; und doch ist es geradediese meine Beteiligung wieder, der ich Ihren freundlichenWunsch, mich hier zu hören, verdanke. Was soll ich thun?Ich erlaube mir einen Vorschlag. Man hat meine imJahr 1882 unter dem Pseudonym Quousque Tandem er-schienene Flugschrift Der Sprachunterricht mufs um-kehren! den Trompetenstofs der Reform genannt. LegenSie es mir, bitte, nicht falsch aus, wenn ich die mir über-tragene Rolle annehme: der Trompeter bildet sich ja nichtein, er sei Feldherr und Führer. Und wenn ich Ihnendas ist mein Vorschlag zunächst über den Inhalt jenesSchriftchens einfach in der Kürze berichte, so werden Sieschon selbst finden, dafs ich mir mannigfacher Anregungbewufst gewesen bin.

In dem ersten,Sprachliches überschriebenen Kapitelgehe ich von dem grammatischen Betrieb der Mutterspracheaus. Von der Fibel an verhängnifsvolle Verwechslung vonSprache und Schrift. In der Praxis der Aussprache Verkehrt-heit oder Gehenlassen. Die eigentliche Schulgrammatik im