2 «.
zwischen Äußerm und Jnnerm umschleiche, die entlveder znr Heuchelei oderdahin führt, daß der Körper Manieren annimmt, die später sich gar nichtmehr der Willenskraft unterwerfen und den Menschen durchs ganze Lebenwie eine Maske begleiten.
Kinder dürfen daher von früh an nie zu lange in Wiegen ohne
Gegenstand znr Tätigkeit sich selbst überlassen bleiben: auch überdies zurVermeidung körperlicher Verweichlichung, denn sie erzeugt und bedingt
notwendig geistige Verweichlichung und Schwäche. Um dies letztere zuvermeiden, soll daS Lager der Kinder gleich von dem ersten Augenblick anweniger weich sein: es bestehe darum aus Kissen von Heu, Seegras, feinemStroh, Spreu oder höchstens Roßhaaren, aber nicht aus Federn: so sei auchdie Bedeckung des Kindes während des Schlafes nur leicht, der Einwirkungder reinen Luft ausgesetzt.
Damit das Kind vor dem Einschlafen und besonders »ach dem
Erwachen sich nicht geistig untätig auf dem Lager selbst überlassen sei, istes sehr zweckmäßig, in der natürlichen Gesichtslinie des Kindes einenschwankenden Käsig mit einem muntern Vogel oder noch einfacher einen
Ball aufzuhängen: dies fesselt die Sinnen- und Geistestätigkeit des Kindesund gibt ihm mehrseitige Nahrung.
Die Kindheitsstufe.
Mit der entwickelten Sinnen- und Gliedertätigkeit, wo das Kind nunansängt, Innerliches selbsttätig äußerlich darzustellen, hört die Sänglings-stnfe der Mcnschencntwickelung auf, und es beginnt die Stufe des Kindes.Bis zu dieser Stufe ist das Innere des Menschen noch eine ungegliederte,mannigfaltigkeitslose Einheit. Mit der eintretenden Sprache beginntÄußerung des Innern des Menschen, beginnt nach Mittel und Zweck ver-knüpfte Mannigfaltigkeit im Innern des Menschen: es bricht sich das Inneredes Menschen und strebt, sich äußerlich kund zu tun, der Mensch strebt miteigener Kraft, sein Inneres außer sich darzustellen.
Mit der Stufe der Kindheit nun beginnt die eigentliche Erziehung desMenschen durch zwar vermindert körperliche, aber erhöhte Geistespflege.Aber die Erziehung des Menschen ist auf dieser Stufe »och ganz der Familieanheimgestellt, denn das Darstcllungsmittel, das Sprechen, ist auf dieserStufe noch ein von dem Menschen ganz Ungetrenntcs, ja er erkennt sienoch gar nicht als etwas Eigenes: sie ist eins mit ihm, wie sein Arm, seinAuge, seine Zunge, ohne daß er selbst noch etwas von ihr weiß.