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Durch den Vergleich und den hierbei sich ergebenden Gegensatzist er erst in seiner wahren Bedeutung zu erfassen. Die ver-hältnissmässig grösste Ausführlichkeit ist dabei dem lateinischenUnterricht zu widmen, auf den man in Frankreich mehr Fleissund Mühe verwendet als auf alle andern Disciplinen zusammen.
1. Der französische Unterricht.
Wir haben bereits gesehen, wie Rollin, auf der Traditiondes Port-Royal und namentlich auf der Grammaire raisonneevon Arnauld fassend, den üiethodischen Unterricht in der Mutter-sprache als Vorbedingung für den Anfang des Lateinischenforderte, wie er ihn durch alle Classen gepflegt wissen wolltein vierfacher Weise: durch die Erlernung der grammatischenGrundprincipien, durch die Lectüre der besten französischenAutoren, durch gewandte Uebersetzung und durch den Aufsatz.Erwähnt ist auch, dass er als Rector ganz besonders an derOrganisation eines systematischen Unterrichtes in der Mutter-sprache arbeitete. Es ist nicht zu verkennen, dass seine Vor-schriften für dieses Object auf einen fruchtbaren Boden gefallensind, dass der von ihm gegebene Impuls von weittragender Be-deutung gewesen ist; sind doch die Franzosen seit der classischenZeit ihrer Literatur viel zu sehr von der Vortrefflichkeit ihrerSprache überzeugt, um dem Unterrichte in derselben nicht diegrösstmögliche Sorgfalt angedeihen zu lassen. So sind in VIIIdafür 6 wöchentliche Stunden bestimmt, in VII 5, von VI anim Verein mit dem Lateinischen und Griechischen 13, 14 oder15 Stunden. In den unteren Classen legt man viel Gewichtauf das Lesen und Auswendiglernen ausgewählter poetischer undprosaischer Stücke aus den Classikern, ebenso auf die Erklärungder Worte und Sätze. In VI, V, IV wird die Grammatiksystematisch behandelt. Von III an ist neben den Aufsätzendie Hauptaufgabe, die Schüler mit den Autoren der classischenPeriode möglichst bekannt zu machen, und in der That bringensie es hierin zu einer ganz bedeutenden Vertrautheit und Be-lesenheit. Dagegen ist es freilich erlaubt, von allem was vorund nach der classischen Periode liegt nichts zu wissen.
2. Der lateinische Unterricht.
Viel bedeutender ist der Unterschied zwischen der vonRollin gewollten Behandlüng des lateinischen Unterrichtes undder nach ihm noch jetzt in der Universität beliebten Praxis.Bei Rollin ist eine rationelle Lectüre, das Verständniss derAutoren nach Sprache und Inhalt durch alle Classen hindurch