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thun mit einer Gesellschaft von Müssiggängern sondern mitden Kindern des französischen Bürgerthums, und der französischeBürgerstand ist eine arbeitsame Classe, die durch die Arbeitihren Werth erhält und die den Werth der Zeit kennt. IhreVerantwortung ihr gegenüber ist gross, und Sie schulden der-selben etwas anderes nach zehnjährigem Besuch des Gymnasiumsals eine Jugend, die geschult ist in der Kunst, die lateinischenWendungen zu wählen und schlechte lateinische Verse zumachen. — Vereinigen Sie sich mit uns, denn wenn die er-warteten Reformen nicht durchgeführt werden, so müssen dieuns so theuren classischen Studien in Frankreich zu Grundegehen.
Klarer kann die Verurtheilung der seitherigen Lehrpraxisvon entscheidender Stelle nicht ausgesprochen werden. Frank-reichs Kampf gegen die römische Geistlichkeit hat also in ge-wissem Sinne eine viel grössere Tragweite als derjenige Deutsch-lands, denn in Frankreich handelt es sich nicht bloss um dieVertreibung der Jesuiten, um die Befreiung der Schule ausder staatsgefährlichen Macht des Clerus: es gilt jetzt, die classi-schen Studien vor dem durch die jesuitische Routine herauf-beschworenen gänzlichen Verfall zu retten, nicht bloss diestaatlichen sondern die sämmtliehen höheren Lehranstaltenmit den neues Leben schaffenden Principien einer gesunden,,zeitgemässen Pädagogik zu durchdringen.
Bereits am 1. Juni v. J. ist ein durch freie Wahlen desLehrerstandes aus den Repräsentanten aller Schulen gebildeterConseil superieur de Tinstruction publique zusammengetreten,um über die von dem Minister projectirten Verbesserungen zuberathen. Man wird den von ihm vorgezeichneten Weg sicher-lich betreten. Dann wird auch der so lange vergessene ehr-würdige Rollin wieder zu Ehren kommen, denn jener Wegführt durch ihn zu Port-Royal, wie Port-Royal einst durch ihnin die Universität drang. Möge Frankreich ihn betreten zuseinem eignen Heile, zum Segen der Wissenschaft, zur Förde-rung wahrer Geistesfreiheit, zur Befestigung des Friedens!
Bruck: Herrn. 0. Ramm, Leipzig.