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als wenn ein Mensch im Pferdelande — etwa wie Gulliver— sich befände und dort auf seine Intelligenz untersuchtwürde. Natürlich müßte er immer durch Beriechen fest-stellen — nicht etwa durch Sehen — wem einzelne Gegen-stände gehören, etwa wie ein Apotheker sich immer durchdie Nase überzeugt, ob er die richtige Flasche genommenhat. Auf die Dauer würde uns dieses fortwährende Ar-beiten sehr angreifen, und das erklärt auch die Erscheinung,daß der Hengst nach einer Reihe von Fragen, angeblichnervös wird.
Ich habe in meinem Buche (S. 40) dargetan, daß derAusdruck nervös überhaupt falsch ist. Wie der Verbrecherstets um sich blickt, weil er Angst hat, daß ihn jemandam Kragen faßt, so steckt auch dem fliehenden Pflanzen-fresser der plötzliche Ueberfall durch ein Raubtier in denGliedern. Deshalb soll man nicht unvermutet in einendunkeln Stall treten, damit das Pferd in seiner Angst nichtsinnlos ausschlägt, sondern es vorher ansprechen. Es liegtnun auf der Hand, daß ein Hengst am wenigsten eine solcheAngst haben kann, da er seine Herde gegen den Wolf zuverteidigen Pflegt. Selbst auf den Bären sollen mancheHengste losgehen, so daß man sie überhaupt nicht mehr als„fliehende" Pflanzenfresser bezeichnen kann, sondern siezu den wehrhaften wie das Rind rechnen muß. Wie aberbei einem Bullen noch niemand Nervosität beobachtet hat,so ist sie auch bei einem Hengste unwahrscheinlich — dieUnruhe erklärt sich ganz einfach durch die Ueberanstrengungdes Auges, des Nebensinnes.
Die Anteiligen? der Pferde.
Während ich für meine Person nur bewundern muß,daß ein Pferd mit seinem Nebensinn so viel leistet, was vonkeiner Seite bisher betont wurde, wurden umgekehrt Dingeals erstaunlich bezeichnet, die es m. E. nicht sind, z. B.das Verständnis für die Sprache und die Farben.
Jeder Hundebesitzer weiß, daß ein nicht zu dummerHund sehr wohl versteht, was einzelne Wörter wie Peitsche,Knochen usw. bedeuten. Und zwar kommt es gar nichtauf den Ton der Stimme an, mit dem man diese Worteausspricht, wie Professor Marshall mit Recht hervorhebt.