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Auszug aus einem Exposé über die Organisation des gewerblichen Unterrichts in Österreich
Entstehung
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Vorbemerkung.

Der Jahresbericht des k. k. Ministeriums für Cultus und Unterrichtfür das Jahr 1874, an dessen Ausführungen diese Darstellung naturgemässanknüpfen muss, hat die wichtigsten Massnahmen mitgetheilt, welchewährend jenes Jahres getroffen wurden, um eine umfassende organisato-rische Thätigkeit auf dem Gebiete gewerblichen Unterrichts vorzubei-eiten.

Hiebei musste in erster Linie der Bestrebungen der Regierunggedacht werden, den Zeichenunterricht an sämmtlichen Arten vonLehranstalten zu reformiren. Wie sehr jede Förderung der heimischenGewerbe auf dem Wege der Schule von einer gründlichen Reformdes Zeichenunterrichtes im gesammten Schulwesen bedingt sei, wurdeinsbesondere durch den Hinweis auf die in einem der mächtigstenConcurrenzländer unserer Monarchie, in Frankreich, vorliegendenErfahrungen daigethan. Hieran schloss sich eine Scliildeiung jenerMassregeln, welche die Aufstellung von Lehrplänen, die Ertheilung vonInstructionen und die Herstellung von Lehrmitteln für den Zeichen-unterricht bezweckten.

Es wurde ferner in jenem Berichte daigestellt, in welcher Weisedie Unterrichtsverwaltung eine Anzahl von Centren gewerblicherBildung in den verschiedenen Gebieten des Staates zu schaffen trachtete,wie viel von diesen Schöpfungen bereits ausgeführt, wie viel erst vor-bereitet und welches System der künftigen Organisation zu Grundegelegt wurde.

Das Jahr 1874 bezeichnet einen Abschnitt in der seit etwa 3 Jahrenbegonnenen Verwaltungsthätigkeit auf dem Felde gewerblichen Unter-richts. Die Vorarbeiten fanden mit diesem Jahre einen Abschluss.Eine Reihe reifgewordener Fragen erlangte nunmehr endgiltige Lösungen.Die Unterrichtsverwaltung hatte sich über die Lage im In- wie imAuslande orientirt. Es musste daher im Jahre 1875 ihre Aufgabe seindas Ergebniss umfassender Erhebungen und Studien, den

Gewinn mehrjähriger Beobachtungen und Erfahrungen

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