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Expose über die Organisation des gewerblichen Unterrichtes.
verknüpften Männern — dort ansässigen Beamten oder Privaten — bestellt, ander-seits dure.li F achsch ul in sp e ctoren, welche der Centralschulbehörde in Londonangehören, die Schulen bereisen und zu mündlicher Prüfung berechtigt sind.
Die S taatssubventionen bestehen ausser einmaligen Beiträgen zum Behufe derOrganisation neuer Schulen oder zum Zwecke der Einrichtung eines chemischenLaboratoriums, in Remunerationen (payments on results\ Zuschüssen zu den Kostender Schulbauten und Lehrmittelsammlungen (bei letzteren trägt der Staat SO "/„ derAnschaffungssumme) und in Stipendien und Prämien für die Schüler.
Lehrerbildungswesen, Prüflings wesen, Überwachungsapparat werden in centra-listischer Weise vom Staate gehan dhabt.
Jedenfalls kann aus diesen Angaben genügend entnommen werden, welchenMassnahmen seiner Staatspädagogen England einen so grossen Theil jener unbe-siegliehen Concurrenzkraft dankt, die alle wetteifernden Anstrengungen der continen-talen Industrieländer überwindet.
Und diese Anstrengungen sind die gewaltigsten sowohl in den Mittel- alsauch in den Grossstaaten des europäischen Festlandes. Insbesondere gilt diess vonden in Deutschland auftretenden Bestrebungen. So bedeutsam und massgebendnämlich auch die in Obigem angeführten Thatsachen für die Verwaltung der öster-reichischen Unterrichtsangelegenheiten sein müssen, so werden sie an Wichtigkeitdoch noch weit überboten von den Vorgängen im angränzenden Deutschland-
Denn von den Vorkommnissen in diesem Naehbaireiche, dessen Cultnrlebenin tausend Beziehungen stets wieder zu Vergleichen mit dem österreichischenherau.sfordert und dessen Concurrenzfähigkeit auf allen Gebieten wissenschaftlicherund wirtlischaftlieher Arbeit durch die Gemeinsamkeit der Verkehrssprache gefährlichgesteigert erscheint, wird Österreich immer so nahe und häufig so empfindlichberührt, dass nur die sorgsamste Beachtung aller dieser Vorkommnisse ein Schritt-halten der heimischen Entwicklung mit jener in den deutschen Staaten ermöglicht.
Darum ist speciell auch das gewerbliche Schulwesen Deutschlands der Naturder Sache nach der geeignetste Gradmesser zur Beurtheilung des gleichen Unterrichts-zweiges in Österreich. Denn dieser deutsche Gradmesser lässt sich genauer, als mandiess mit einem, den belgischen, englischen oder französischen Verhältnissen ent-nommenen vermöchte, an unsere gewerblichen Unterrichtsinstitutionen anlegen, weilauch alle übrigen Einrichtungen des elementaren und mittleren Schulwesens Öster-reichs, an welche jene gewerblichen Lehranstalten entweder ankntipfen oder mitdenen sie parallel laufen, analog ■ der Organisation in den deutschen Staaten sichgestaltet haben.
In der That finden sich von den verschiedenen Gattungen gewerblicher Unter-richtsanstalten, welche Deutschland besitzt, die meisten auch auf österreichischemBoden vertreten; hier wie dort gibt es an die Volksschule anknüpfende gewerblicheFortbildungsschulen; hier wie dort sind niedere Fachcurse für einzelne Handwerks-zweige, Ilaus- oder Fabriksindustriell errichtet und in neuester Zeit ist auch inÖsterreich die Gründung eigentlicher Gewerbeschulen nach bewährtem deutschemVorbilde begonnen worden.