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Antrittsrede des Directors der Musterschule in Frankfurt am Main / C. Kühner
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Cs ist fönst Wohl üblich, in solcher Stünde, wie siejetzt mir geschlagen hat, mit einer wohlgestellten Redeüber irgend eine allgemeine Wahrheit der Pädagogikhervorzutreten. Mir selbst, gestehe ich, widerstreitet einsolches Beginnen. — In Augenblicken, die als eine bedeu-tende Wendung des Lebens empfunden werden, ziehen dieGedanken von dem weiten Gebiete allgemeiner Wahrheitensich gern zurück zur unmittelbaren Betrachtung und Erwä-gung des Lebens, in das wir uns gestellt sehen. Ichselbst aber fühle mich jetzt unter dem vollen Einflüsseder Bedeutung, den diese Stunde für mich und — seies zum Guten oder zum Schlimmen — auch für dieseSchule hat. Daher drängt es mich, von den Empfin-dungen zu sprechen, die mich erfüllen, von den Wünschenund Hoffnungen, mit denen ich die Fäden einer neuenvielfachen Verbindung sich anknüpfen sehe, und' von denVorsätzen, mit welchen ich diese Fäden aufnehme undfortzuspinnen gedenke. Möge es mir vergönnt sein, diesemDränge nachzugeben, — sogleich in dieser Stunde michzu zeigen mit unverschlossenem Herzen.