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Die weiblichen Fortbildungsschulen in Württemberg
Entstehung
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Das Schulgeld beträgt für den ordentlichen Kurs (Rechnen, Aussatz,Buchführung und Schönschreiben) 5 fl.; die übrigen Fächer werden je einzelnmit 23 fl. honorirt, doch können gegen ein Gesammt-Honorar (bisher 8 fl.und nunmehr 10 fl.) beliebig viele Fächer genommen werden.

Denjenigen Schülerinnen, welche die Unterrichtskurse bis zum Schlüsseregelmäßig oder mit Erfolg besucht, oder sich in einem einzelnen Fache durchbesondere Leistungen ausgezeichnet haben, werden Belobungs-Diplome ertheilt.Solche Belobungs-Diplome wurden im Jahre 1871/72 an 114 Schülerinnengegeben.

Bei der allgemeinen kunstgewerblichen Schulausstellung im Jahre 1872nahm die Schule einen hervorragenden Platz ein. Es erhielten im Zeichnenund Malen 3 Schülerinnen je einen ersten Preis, 3 je einen zweiten Preisund 13 wurden mit Belobungs-Diplomen bedacht. Im Musterzeichnen wurden5 Schülerinnen je ein erster Preis, 2 je ein zweiter Preis und 7 SchülerinnenBelobungen zuerkannt. Ferner erhielt die Schule in den schriftlichen Arbeitendas Prädikat I. Klaffe.

Der Aufwand für die Schule belief sich im Jahre 1870/71 auf 1844 fl.30 kr., worunter 1521 fl. für. Lehrer-Belohnungen, 36 fl. für Bedienung, 88 fl.85 kr. für Lehrmittel, 104 fl. 58 kr. für Reinigung, Heizung und Beleuchtung,07 fl. 27 kr. für Programme, Inserate und Diplome, und 4 fl. 10 kr. fürsonstige Schulbedürfniffe. Die Einnahme an Schulgeld betrug 1036 fl. 18 kr.

Aehnliche Anstalten entstanden allmälig in Biberach, Ravensburg,Reutlingen, Ulm, Ebingen, Blaubeuren und Freudenstadt.

Die weibliche Fortbildungsschule in Biberach, eröffnet im April 1867,ist von der dortigen männlichen Fortbildungsschule ganz getrennt und stehtunter einem eigenen Schulrath und Vorstand. Sie wird wöchentlich an 4Nachmittagen abgehalten und dauert jährlich 10 Monate. Im Wintersemester1867/68 zählte dieselbe 42, in 1868/69 48, in 1869/70 55, in 1870/71 51,in 1871/72 51 Schülerinnen von 14 bis 18 Jahren.

Im Jahre 1871/72 wurden folgende Fächer gelehrt: Geschäfts-Aufsätzeund Geschäftsbriefe in 2 Abtheilungen und 2 Wochenstunden; Zahl der Schüle-rinnen im obern Kurs 16, im untern Kurs 22. Schönschreiben, 1 Wochen-stunde; Zahl der Schülerinnen 36. Privatkorrespondenz, 2 Wochenstunden;Zahl der Schülerinnen 24. Rechnen, in 2 Abtheilungen und je 1?/s Wochen-stunden ; Zahl der Schülerinnen im obern Kurs 19, im untern 22. Literatur,l'/r Stunden; Zahl der Schülerinnen 17. Geographie, in Verbindung mitGeschichte, 1^/2 Wochenstunden; Zahl der Schülerinnen 17. Buchführung, 1^/2Wochenstunden; Zahl der Schülerinnen 25. Naturlehre, 1 Wochenstunde; Zahlder Schülerinnen 15. Zeichnen, 2 Wochenstunden; Zahl der Schülerinnen 25.Französisch, 3 Wochenstunden; Zahl der Schülerinnen 15.