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Diese Führung zum Gehorsam muss in jener Zeit beginnen, wodas Kind anfängt zu hören und zu gehen. Sobald das Kind gerufenwird, muss es zu Vater und Mutter eilen und freudig sagen: Dabinich, liebe Mutter! oder: Was wünschest Du, lieber Vater! Dies mussgeschehen zu jeder Zeit, ob das Kind im selben Augenblicke heiter odertraurig, ob es mit Spiel oder Essen beschäftigt gewesen war.
Aber je gehorsamer sich das Kind zeigt, desto mehr Freiheit solles genießen. Es wird die gestattete Freiheit gar selten missbrauchen.
8. Ordnung.
„Lerne Ordnung, übe sie! Ordnung spart dir Zeit und Müh'!"
Ordnung in Sachen und Lebensverrichtnngen spart nicht bloßZeit und Mühe, sondern auch Geld und Gesundheit, und die Elternwerden nicht unterlassen dürfen, die Kinder von Jugend auf an Ord-nung zu gewöhnen. Selbstverständlich wird dies am besten gelingen,wenn im ganzen Hanse Ordnung herrscht, wenn jedes Ding seinenbestimmten Ort und jede Verrichtung ihre bestimmte Zeit hat.
Sobald das Kind gehen kann, leite man es an, Ordnung zuhalten. Wenn das Kind aufhört zu spielen, so soll es jedesmal seinSpielgcräth an den dazu bestimmten Platz bringen und so verwahren,wie es dasselbe gelehrt worden ist. Ebenso halte man es mit denKleidern des Kindes, mit Zimmer-, Hans- und Gartengeräthen. Auchin allen Verrichtungen, im Aufstehen und Schlafengehen, in den Mahl-zeiten und Beschäftigungen, im An- und Auskleiden, Waschen undReinigen kann und soll bestimmte Ordnung herrschen.
Im Ordnunghaltcn zeigt sich auch Verstand und Sinn für dasSchickliche und Schöne. Man lasse die Kinder urtheilen, welcher Platzfür ein bestimmtes Ding der passende sei, u. s. w. Warum sollen z. B.in einem Zimmer Möbel, Geräthe und Bilder nicht schicklich vertheilt,gestellt und aufgehängt sein? Es kostet doch nichts und ist angenehmfür das Auge.
Znr Ordnung gehören endlich auch Pünktlichkeit und Verlässlichkeit.Es gibt im Hause vielfach Gelegenheit, die Kinder auch hierin zu üben.
9- Reinlichkeit.
„Reinlichkeit sei meine Freude; sie ziert mehr als Gold und Seide."Reinlichkeit ist die Gewohnheit, seinen Leib und alles Eigenthumvon Schmutz und ekelhaften Dingen freizuhalten.
In vielen Häusern ist die Reinlichkeit noch nicht ausreichend. DieReinigung des Körpers, der Wäsche und der Kleider, des Zimmers