Buch 
Elternhaus und Schule und deren Zusammenwirken bei der Erziehung der Kinder / im Auftrage der Bezirks-Lehrer-Conferenz verfasst von Robert Schwarz, Übungsschullehrer in St. Pölten
Entstehung
Seite
24
JPEG-Download
 

24

In allen Fällen, die eine Verständigung und Einigung von Hausund Schule nöthig und wünschenswert erscheinen lassen, seien die Elternan die Person des Lehrers selbst verwiesen; es wird demselben sicherlichjederzeit eine Freude sein, jemandem mit Rath und That dienen zukönnen.

^8. Gemeinde und schule.

Die Schule ist sicherlich ein Wahrzeichen der Gemeinde. Von demÄußeren des Schulgebäudes, von der inneren Einrichtung desselben undvon der Zahl und Beschaffenheit der vorhandenen Lehrmittel wird manstets mit ziemlicher Sicherheit schließen können auf den Geist, der inder Gemeinde herrscht.

An den Schulausgaben sparen und kargen zu wollen, ist, gelindeausgedrückt, Lieblosigkeit und Unverstand, denn was man an gerechtenDingen der Schule entzieht, versagt man ja doch den eigenen Kindern:auch kann man von der Schule solange keine volle Leistung erwarten undfordern, solange ihr vielleicht nöthige Mittel vorenthalten bleiben. Einzweckmäßig erbautes, wohl erhaltenes und hinreichend ausgestattetesSchulgebäude ist darum eine so natürliche, gerechte und zugleich praktischeForderung, dass es heutzutage nur noch sehr wenig Gemeinden gebendürfte, welche in dieser Richtung grobe Mängel ausweisen.

Sicher wird auch die Opferwilligkeit der Gemeinden bei den bis-herigen Leistungen keineswegs stehen bleiben, sondern mit gleichem Ver-ständnisse und mit gleicher Liebe für die nöthigen Bedürfnisse der Schuleauch fernerhin Sorge tragen. Dadurch erwirbt und sichert sich, wie schonangedeutet, die Gemeinde dann das Recht, eine gleiche Hingabe an dieSache und eine volle Leistung auch von der Lehrerschaft fordern underwarten zu dürfen. _

^9- Schluss.

Zwischen Vater und Mutter muss Einigkeit herrschen in derErziehung der Kinder, nicht minder aber auch zwischen Elternhaus undSchule. Diese Einigung anregen, fördern und sichern zu helfen, ist dieAbsicht dieses Büchleins. Mögen die Eltern die gute Absicht nicht ver-kennen und den Winken und Wünschen der Schule jene Beachtungschenken, welche dieselben sicherlich verdienen. Der Preis ist das Heilunserer Kinder, d. i. eine bessere Zukunft.