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Die Theorie und Praxis des pädagogischen Unterrichts an den deutschen Schullehrer-Seminaren : eine Zusammenstellung und Beurtheilung der hierüber in Deutschland bestehenden Einrichtungen / von Ferdinand Leutz
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einrichtete, dessen Reglement nach dem Zeugnisse des Regulativsvom 1. Oct. 1854 Grundlage für die Entwicklung des Seminar-unterrichts lange Zeit geblieben ist.Wenn in unseren Zöglingen imersten Jahr der Bildungszeit, welche in der Regel auf 2 Jahre be-schränkt ist, die Naturgeschichte die Kenntniß der niederen Organismender Erde, der Pflanzen und Thiere begründet hat, so schließt sichan sie mit dem Beginn des 2. Jahres, als Anfangspunkt des pä-dagogischen Unterrichts, die Betrachtung des Menschen von seinerkörperlichen Natur, in möglichster Genauigkeit und mit Benutzungaller nur zu gewinnenden Anschauungsmittel. An die Betrachtungdes menschlichen Körpers und seiner Entwicklungsperioden reiht sichdie Betrachtung des Menschen seiner geistigen Natur nach. Willman hier fehlerhaft verfahren, so beginnt man mit den allgemeinstenSätzen und Resultaten, indem der Lehrer historisch die Grundkrästedes menschlichen Geistes nennt, wie es die gewöhnlichen Lehrbücherder Anthropologie und Psychologie machen. Ich meine aber, daßdieser Gang der natürlichen Entwicklung der Wissenschaft entgegensei. Richt die synthetische, sondern die analytische Methode förderthier den Zweck. Wie in dem Unterrichte in der Naturlehre, be-ginnen wir daher nicht mit der Aufstellung der allgemeinen Grund-kräfte und Gesetze, sondern wir führen die einzelnen Erscheinungendes Menschenlebens vor den betrachtenden Blick, und versuchen es,durch Schlüsse auf die den Erscheinungen zu Grunde liegenden Be-dingungen und Kräfte zu kommen. Aus der vorliegenden Mannig-faltigkeit ist die Einheit zu gewinnen, nicht umgekehrt. Auf dieseWeise gelangen wir zur Kenntniß aller Grundanlagen des mensch-lichen Geistes, zur Einsicht in das gegenseitige Verhältniß derselbenund zum Wesen der Organisation des menschlichen Geistes.

Sobald wir dieses Ziel erreicht haben, wird das umgekehrte Ver-fahren eingeschlagen, nämlich der Versuch, aus den Grundkräftendie Erscheinungen, aus der Einheit die Vielheit zu erklären. Diebesondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die Natur der Triebe desHerzens, die Grundbestrebungen des menschlichen Willens und dieNatur der Erkenntnißkräfte des Menschen. Das Verhältniß derTriebe führt zur Erkenntniß der menschlichen Verirrungen in demHange zum Irdisch-Sinnlichen, und der geistigen Heilmittel durch