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12. Reitpferd und Ackergaul.
Ein Reitpferd sah den Gaul den Pflug im Felde ziehnund wiehert’ stolz herab auf ihn.
„Wann“, sprach es und begann sich schön zu heben,„wann kannst du dir ein solches Ansehn geben?Und wann bewundert dich die Welt?“
„Schweig“, rief der Gaul, „und laß mich ruhig pflügen;
denn baute nicht mein Fleiß das Feld,
wo würdest du den Hafer kriegen,
der dich so frisch und stolz erhält?“ Geliert.
13. Das treue Roß.
1. ich hab’ mein Roß verloren,mein apfelgraues Roß:
es war so treu im Leben,kein treures kann es gebenim ganzen Zug und Troß.
2. Und als es wollte sterben,da blickt es mich noch an,
als spräch’s mit seinen Mienen:
„Kann dir nicht länger dienen,ade, mein Reitersmann!“
3. Und als es war gestorben,da grub ich’s ehrlich einwohl unter grünen Matten
in eines Lindbaums Schatten :das soll sein Denkmal sein.
4. Da sitzen die kleinen Vogelund halten das Totenamt;