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Lesebuch für das fünfte Schuljahr : obligatorisches Lehrmittel für die Primarschulen des Kantons Zürich / Adolf Lüthi
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ctvmte ihn freundlich. Verwundert fragten die anwesendenFürsten, warum er vor einem so bäurischen Manne auf-gestanden sei und ihn so sehr ehre. Da erzählte ihnen der.Kaiser folgendes:Als ich noch der Zürcher Hauptmannwar, wurde ich in einein Gefechte verwundet, stürzte vom ^Pferde und wurde von den Meinen für tot verlassen. Dakam dieser Müller, schlug die Feinde zurück, hob mich aussein Pferd und rettete mich. Daruin muß ich billig diesenMann, sowie alle von Zürich, hoch ehren, weil sie mir bei-gestanden, als mein Glück noch klein war." Hierauf schlugRudolf den Müller zum Ritter und entließ ihn fürstlichbeschenkt. G. Eberhard.

20. Zwei lustige Stückleiu des Königs

Rudolf von Haöslmrg. ^

1. König Rudolf war bekanntermaßen ein Freundmunteren Scherzes und machte bisweilen selbst ein Späß-chen. Einmal ward er von einem Bettler mit den Wortenangehalten:Bruder Rudolf, schenke mir doch auch einekleine Gabe!"Seit wann sind wir denn Brüder?" fragteder König, dem diese Rede von einem Bettler etwas Neues «war.Ei", versetzte der Arme,heißen nicht unsere ElternAdam und Eva?"Richtig", sprach der König, ich habenur nicht gleich so weit zurückgedacht", griff in die Tasche «s*und bot ihm einen Fünfer oder so etwas.Aber", meintejetzt der andere,das ist für Euch doch gar wenig!"Wenig?" entgegnete Rudolf;wenn von unsern Brüderndir jeder so viel gibt, da bist du merklich reicher als der-jenige, der vor dir steht!" Darauf drückte er ihm lächelnd