so bat sie ein über das andere Mal um Gnade und wurdeschier nicht fertig mit Entschuldigungen.
Der König ließ sie ausreden und setzte ihr keine andere^ Strafe, als daß sie die ganze Geschichte vor allen anwe-senden Männern haarklein wiederholen mußte. So oft sieabkürzen wollte, oder eines der Schimpfwörter, die sie beidem Backofen ausgestoßen, ihr nicht mehr recht erinnerlichwar, half er ihr freundlich auf die Spur, wobei die Tisch-genossen und die Dienerschaft aus dem Lachen schier nichtherauskamen. Und auch Rudolf erklärte später oft, er habezwar manches mitgemacht, aber ein lustigeres Stücklein seiihm zeitlebens nicht begegnet, als das mit der Bäckersfrauvon Mainz. A. Keller und Fr. Hunziker.
21. König Albrechts Ermordung.
Die Blutrache.
1808 .
Im Frühjahr 1308 verlegte König Albrecht seinenHof auf den Stein zu Baden. In seinem Gefolge be-fand sich auch der Herzog Johann von Österreich,sein Neffe und Mündel. Schon oft hatte der ehr-geizige Jüngling den Oheim gebeten, daß er ihm* seine Erblande zur Selbstregierung übergebe. Immervertröstete ihn Albrecht auf die Zukunft. So aucham 1. Mai, als Johann die Bitte erneuerte. Ein Ge-schenk von auserlesenen Pferden vermochte den Un-mut des Abgewiesenen nicht zu heben, und als derKönig ihm bei Tische gar ein Blumenkränzlein aufs
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Lüthi, Lesebuch V.