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teten sie Furcht und Schrecken. Die Bauern inKoppigen hatten gehört, daß auch sie Franzosenaufnehmen sollten. Da traten sie zusammen undberatschlagten, wie sie wohl ihren Armen die Lastam besten erleichtern könnten. Sie wußten, daßdie Krieger gewöhnlich keine Rücksicht daraufnehmen, oh man ihren Forderungen zu entsprechenvermöge oder nicht. Darum beschlossen sie ein-mütig, die Reichen sollten von ihrem Vorrat denarmen Familien so viel mitteilen, als ihnen möglichsei. Nun wurden alle Bedürftigen so reichlich mitLebensrnitteln versehen, daß sie ohne Schaden dieSoldaten beherbergen konnten, und niemand wurdemißhandelt, weil jeder etwas zu geben imstandewar. — Die Not in Koppigen ist wieder vergangen;aber die Erinnerung an die Guttat der Wohlhaben-den daselbst ist geblieben bis auf diesen Tag.
Nach dem Berner Lesebuch.
56. Joseph Ludy.
Der Schreiner Ludy, der in der Nähe vonBurgdorf wohnte, sollte im Jahre 1798 auch dieWaffen zur Verteidigung des Vaterlandes ergreifen.Da sagte sein Sohn: „Bleibt in Gottes Namen zuHause, um unsere zahlreiche Familie zu ernähren;ich will für Euch ausziehen und gewiß nicht dererste sein, welcher flieht!“ — Der sechzehnjährigeLudy hielt sein Versprechen wie ein rechter Bie-dermann.
In dem Treffen bei Neuenegg, welches dieBerner unter Graffenried und Koch so ruhmvollgegen die Franzosen lieferten, mußte ein Teil der