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Schweizerischer Jugendfreund : illustriertes Lesebuch für die Oberstufe der Volksschule
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Frankreich verwendet, bevor (im Jahr 1313) der Franziskaner-MönchBerthold Schwarz in Freiburg im Breisgau zu seinem nicht geringenSchrecken die gewaltige Explosionskraft desselben inne wurde. Dagegenwerden als deutsche Erfindungen dieser Zeit genannt: das Spinn-rad, die Taschenuhren (1500), wegen ihrer Form und nach dem Ortihrer HerstellungNürnberger Eier" genannt, die Flintenschlösser, derKanonenguß, das Drahtziehen rc. Aus dem Oriente wiederum stammtdie Kenntnis des Lumpenpapiers. Während man in alter Zeit aufBlätter der Papyrusstaude (daher der Name) und auf zubereitete Tier-häute (Pergament) schrieb, erfanden die Hindu die Kunst, Papier ausBaumwolle herzustellen. Wieder durch die Araber kam diese Kunstnach Spanien, wo rasch Papiermühlen entstanden, in denen anfänglichfrische Baumwolle und hernach abgenutzte Gewebe in einen Brei auf-gelöst und zu dünnen Blättern ausgepreßt wurden. Die baumwollenenTuchreste soll dann zuerst ein Deutscher durch leinene ersetzt haben(ums Jahr 1300). Es traf sich gut, daß diese Art der Papierbereitungbereits bekannt war, als, ebenfalls auf deutschem Boden, die Erfin-dung der Buchdruckerkunst erfolgte, von der wir um ihrer ungeheurenBedeutung willen nun ausführlicher erzählen wollen.

In alten Zeiten wurden die Urkunden und Bücher geschrieben,wobei man besonders die Anfangsbuchstaben schön auszumalen und durchBildchen, mit Gold ausgelegt, zu verzieren Pflegte. Diese Art, dieBücher zu vervielfältigen, war sehr mühsam und zeitraubend, wes-halb sie auch unerschwinglich teuer waren, so daß eine Bibel so vielkostete wie ein gewöhnliches Haus. Mit der Zeit machte man die Er-findung, Bilder und Spielkarten in Holz auszuschneiden und abzu-drucken, und schließlich kam man auf den Einfall, ganze Bücher zudrucken, indem man jede Druckseite in eine Holztafel einschnitt; manmußte also für jedes Buch ebensoviele Tafeln schnitzen, als es Seitenzählte. So verfuhren die Chinesen schon viele Jahrhunderte vorher;dabei blieben sie aber auch bis in unsere Zeit.

, Nun kam Johann Gutenberg, der aus einer vornehmenMainzer Familie stammte, aber im Jahr 1424 um eines Streithandelswillen nach Straßburg geflohen war, auf den gescheiten und glücklichenGedanken, man sollte die Tafeln in die einzelnen Buchstaben zerlegen;dann könnte man die gleichen immer wieder zu neuen Texten zu-sammenstellen. Er schnitzte nun die einzelnen Buchstaben aus Holz,