77. Verschiedene Übergänge.
Johannes Trojan.
^lir saßen unser sechs oder sieben eines Abends beisammen,als ein Mann eintrat und auf uns zukam, den wir von der Schulein der Provinz her kannten. Damals betrachteten wir ihn als eineArt Meerwunder, weil er sich glücklich durch alle Klassen schlug, ohneeigentlich zu arbeiten. Noch mehr bewunderten wir seine Fertigkeit inallerlei brotlosen Künsten. Er verstand sich auf Feuerwerk, blies aufdem Kamm und lernte früh das Rauchen. Ja, man erzählte von ihm,daß er Verse machen könnte. Als wir die Schule verließen, hattenwir ab und zu von ihm gehört, daß er in dieser und jener Stellunges versucht, in keiner aber es lange ausgehalten habe.
Dieser trat unter uns, und als die Begrüßung vorbei war,fragten wir ihn, was er in der Hauptstadt wolle. „Ich gedenke" —erwiderte er — „hier mein Glück zu machen. Es ist nichts mit derProvinz. Man sitzt dort wie eine Lilienzwiebel im schlechten Boden;man treibt Blätter genug, aber zur Blüte kann man's nicht bringen." —„Was willst du hier zunächst anfangen?" fragte ihn einer. Er entgegnete:„Noch weiß ich's nicht. Ich will mich zunächst ein wenig umsehen. Manliest Blätter, in denen Leute gesucht werden; man kommt unter Menschen,und sie merken, was man für ein Mann ist, — kurz, ich bin überzeugt,es wird sich bald etwas für mich finden." Ich sagte: „Stelle dir dasnicht so leicht vor. Wer es hier zu etwas bringen will, der muß sichsehr rühren, und wer nicht in Bewegung bleibt, der wird umgestoßenund kommt den andern unter die Füße." „Arbeit" — rief er lebhaft —„Arbeit ist natürlich die Hauptsache! Aber es ist ein Unterschied zwischenArbeit und Arbeit. Wer einen anschlägigen Kopf hat, der arbeitet wiemit Maschinen und bringt schnell und ohne große Anstrengung zuwege,womit sich ein beschränkter Mensch sein ganzes Leben hindurch abquält.Übrigens bring' ich einen ganzen Sack voll Gedanken und Pläne mit.Wartet vierzehn Tage, dann werd' ich zu euch sagen: Seht! das bin ich,das hab' ich, und das werde ich noch bekommen!" Ihm wurde nocheiniges entgegnet, und dann sprachen wir von andern Dingen. Einpaarmal kam er noch abends zu uns, darauf blieb er fort.
Nach einiger Zeit fand ich ihn in einem Buttergeschäft, wo ichmir zum Abendessen etwas kaufen wollte. Dort stand er hinter dem