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Bergwelt
vollständig verweht und unsichtbar. Jetzt zündeten wir dieLaterne an, schlössen nahe zusammen und brachen uns neuer-dings Bahn durch die garstigen Schneemassen. Es ging ab-wärts, sonst wäre es zu viel geworden. Um acht Uhr abendslangten wir wieder bei der Alubhütte an.
32. Der Mönch auf dem St. Bernhard.
Don Hermann Lingg.
1. Die Alosterglock' tönt, der Mönch erwacht.
„Mein Bruder, dich trifft die Reihe heut' Nacht!"
2. Und der Bernhard-Mönch im. weißen Gewand,
Er lockt seinen Hund, nimmt die Leuchte zur Hand.
3. So eilt er hinaus in die tosende Höh'
Und wandelt allein durch Sturm und Schnee —
4. An der Stätte vorbei, wo das TotengebeinDer Erfrorenen schläft in geschichteten Reih'n,
5. Die niemand kennt und ihr Grab bekränztAls der eisige Mond, der die Schädel beglänzt.
6. Er folgt dem Schall der Glocke zum Grund,
Emsig schnüffelt voraus der Hund.
7. Der Mönch und sein Hund sind nah und fern,
Es wehen die Wolken, es glänzt kein Stern.
8. Nur stürzender Tannen fern GesausHallt über dem einsamen Abgrund aus.
9. Manch Lind, das erstarrt im Mutterarm,
Und manch ein Wanderer, müd' und arm,
10. Das Herz, das schon am Leben verzagt,
Und das die Schuld über Berge gejagt —
11. Wer immer es sei, wen die Nacht überrascht,
Wen der Sturm und wen die Lawin' erhäscht,
12. Wer mit wankendem Futz am Abgrund hangt,Einen Strauch, eine Wurzel am Felsen erlangt, —
13. Der Mönch und sein Hund sind nah und fern,
Die Retter der Menschen, der Hilflosen Stern.
33. Herbsttage in den Derner Alpen.
Von Josef Viktor Wtdmann.
Wenn die Herbsttage kommen, und mag noch so vielSonnengold aus allen Matten liegen, werden die Bergwegeunseres Hochgebirges einsam.
Diejenigen aber, die eine ernsthafte Alpenliebe im Herzentragen, nicht bloß der Mutterherrschaft der Mode frönen, die