Band 
[Erster Band.]
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99
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Sommer Flur und Wald

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46. Hochsommernacht.

Don Martin Greif.

Stille ruht die weite Welt,

Schlummer füllt des Mondes Horn,Das der Herr in Händen hält.

Nur am Berge rauscht der BornZu der Ernte Hut bestelltWallen Engel durch das Korn.

47. Bor der Ernte.

Von Martin Greis.

Nun störet die Aehren im FeldeEin leiser Hauch;

Wenn eine sich beugt, so bebetDie andre auch.

Es ist, als ahnten sie alleDer Sichel Schnitt

Die Blumen und fremden HalmeErzittern mit.

48. Nun ist das Korn geschnitten.

Bon Ferdinand v. Saar.

Nun ist das Korn geschnitten,

Die Felder leuchten fahl,

Ringsum ein tiefes SchweigenIm heißen Sonnenstrahl.

Verblüht ist und verklungen,

Was duftete und sang;

Nur sanft tönt von den TriftenDer Herdeglockenklang.

Das ist, o Menschenseele,

Des Sommers heil'ger Ernst,

Daß du, noch eh er scheidet,

Dich still besinnen lernst.

LI

49. Die allerschönste Blume.

Don Hermann Löns.

Alle Blumen ohne Ausnahme sind schön. Auch die kleinenund unscheinbaren haben ihre Schönheiten, auch die seltsamenund unheimlichen ihre Reize.