Im Tages- und Wochenlaus
81. WSchterruf.
Von Johann Peter Hebel.
Loset, was i euch will sage!
D'Glocke het zehn! gschlage.
Jetz bettet, und setz göhnt ins Bett,
Und wer e rüeihig Gwisse het,
Schlos sanft und wohl! Im Himmel wachtE heiter Aug die ganzi Nacht.
Loset, was i euch will sage!
D'Glocke het ölfi gschlage.
Und wer no an der Arbet schwitzt,
Und wer no by de Charte sitzt,
Dem biet i jetz zuem letztemol —
's isch hochi Zit! — und schlafet wohl!
Loset, was i euch will sage!
D'Glocke het zwölf! gschlage.
Und wo no in der MitternachtE Gmüet in Schmerz und Chummer^wacht,Se geb der Gott e rüeihigi StundUnd mach di wieder froh und gsund!
Loset, was i euch will sage!
D'Glocke het eis gschlage.
Und wo mit Satans Gheitz und RotE Dieb uf dunkle Pfade goht,
— I will's nit hoffen; aber gschiehts —Gang heim! Der himmlisch Richter sieht's.
Loset, was i euch will sage!
D'Glocke het zwei gschlage.
Und wem scho wieder, eb's no tagt,
Die schwer! Sorg am Herze nagt,
Du arme Tropf, di Schlaf isch hi!
Gott sorgt! Es wär nit nötig gsi.
Loset, was i euch will sage!
D'Glocke het drü gschlage.
Die Morgestund am Himmel schwebt,
Und wer im Friede der Tag erlebt,
Dank Gott und sah e frohe Muet
Und gang ans Gschäft, und — halt di guet!