Band 
[Erster Band.]
Seite
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Aus dem Sagenschatz

mals ohne Achilleus erobert werden. Als seine Mutter Thetisvon dieser Weissagung vernahm, erschrak sie sehr; denn einanderer weiser Mann hatte gesagt, das; ihr Sohn nicht zurück-kehren würde, wenn er mit vor Troja zöge. Darum stieg sieaus dem Meere empor, ging heimlich in das Haus ihres Mannes,zog dem Achilleus Mädchenkleider an und entführte ihn nacheiner Insel im Meere. Hier wohnte ein König, der ein Freundder Thetis war und auf ihre Bitten den Jüngling unter seinenTöchtern und deren Gespielinnen behielt, als ob er ein Mädchengewesen wäre. Lange blieb es allen verborgen, wo Achilleushingekommen war. Aber Kalchas brachte es schließlich dochheraus und verriet das Geheimnis dem Menelaus und Aga-memnon. Da schickten sie den schlauen Odysseus auf die Insel,daß er den Achilleus holen solle. Odysseus verkleidete sich alsKaufmann und ging in den Königspalast. Da kamen dieMädchen herbeigelaufen und wollten sehen, was der fremdeMann Schönes mitbrächte, und er zeigte ihnen goldene Spangen,bunte Seidenbänder, zierliche Spiegel und allerlei andern Tand.Begierig griffen die Mädchen danach und zahlten gern denPreis, den der Kaufmann forderte. Nur eine Jungfrau bliebfern stehen und sah gleichgiltig auf den weibischen Kram. Dabrachte Odysseus plötzlich aus seinem Korbe ein prächtigesSchwert hervor, und sobald dies die Jungfrau sah, trat siemit leuchtenden Augen und geröteten Wangen näher, nahmdem Odysseus die blanke Waffe aus der Hand und betrachtetesie lange, ohne die andern Gegenstände eines Blickes zu wür-digen. Jetzt blies auf ein Zeichen des Odysseus einer seinerBegleiter draußen vor dem Hause in eine Kriegstrompete. Er-schreckt flohen die andern Jungfrauen bei diesem Klänge inihre Gemächer. Die eine aber riß das Schwert aus der Scheideund wollte Hinausstürmen. Da lächelte der schlaue Odysseusund sprach zu ihr:Du bist Achilleus! Wirf die Weiberkleidervon dir und folge dem Agamemnon nach Troja mit mir undvielen andern Fürsten, wie es sich für einen tapferen Heldenziemt. Ist es nicht besser, Achilleus, in jungen Jahren, abermit hohem Ruhm bedeckt zu sterben, als rühmlos alt zu wer-den?"Wer bist denn du?" sprach Achilleus erstaunt.Ichbin Odysseus, der König von Jthaka," antwortete dieser.Jawahrlich, Odysseus," rief Achill,du hast recht! Es ist weitbesser, fern von der lieben Heimat, in der Blüte der Jahre,mit unsterblichem Ruhm gekrönt zu fallen, als daheim un-berühmt als Greis zu sterben. Ich folge dir!" Und nun