2m Werktagrgkwand
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Sie lassen den Sarg in Blumen hinab,
Mit Blumen schließen sie das Grab,
Und mit goldner Schrift in den MarmorsteinSchreibt die Stadt ihren Danlspruch ein:
„Hier ruht John Maynard. In Qualm und BrandHielt er das Steuer sest in der Hand,
Er hat uns gerettet, er trägt die Krön',
Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard."
212. Der LrrrmblSfer.
Von Detlev von Lillencron.
Es war am längsten Tag. Um neun Uhr abendsDurchschritt ich eine lange, helle Straße.
Sie schien bewohnt von allen Menschenklassen,Und ein Gewimmel war es überall.
Ich hörte im Vorbeigehn immer nurBon jedem mir Begegnenden drei Worte:Genuß und Geld, und nur Genuß und Geld,Und auch, wo Arbeit wer gesucht, gefunden,Und wer vergebens Arbeit nachgegangen.
Und Arbeit, Arbeit nur, um zu genießen,
Um Weib und Lind mit Sorgen zu ernähren,Zu atmen, welch ein kümmerliches Los.
Als ich mich mühte nun, mich durchzudrängen,Fiel mir ein Zug aus jedem Antlitz auf,
Auf jedem Antlitz, das in schneller FolgeAn mir vorüberschoß und schob und trieb:Entsagung war's, und hinter dieser TrauerEin rasendes Verlangen, mitzunehmen,
Was mitzunehmen ist im kurzen Leben.
Als ich am Dom des heiligen MichaelVorüberkam, da hört ich plötzlich klar,
Da hört ich eine einsame Posaune,
Die oben auf dem Turm geblasen wurde.
Ich sah hinauf: aus einem Schalloch blinkteDas Instrument im letzten Abendschein.
Und der es blies, so hoch und fern er stand,Ich konnt' ihn deutlich sehn: den alten MannMit seinem langen weißen, würdigen Barte.