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und wieder verschwanden. Und gleich darauf hörte er Musik — aberes war keine schöne Musik. Es waren die stammelnden Töne undMißtöne signaliibender Soldaten. Sobald er hörte, daß es Soldatenseien, rutschte Asmus sachte vorn Stuhl, klemmte sich bedächtig durcndie Tür und stürmte die Treppen hinunter. Aber die letzten zehnStufen ging es schneller, als er wollte; der Kopf lief den Füßen voranund schlug unten auf die eisenbeschlagene Kante eines Sandsteins.Dort blieb Asmus liegen und sägte nichts. Seine Mutter, vorn Gepolterherbeigerufen, hob ihn auf und trug ihn jammernd nach oben. Ander Stirne klaffte eine breite und tiefe Wunde. Als sie notdürftigverbunden war, eilte die Mutter mit ihm nach einem Krankenhause,wo die Menschen zu gewissen'Zeiten umsonst kuriert wurden. Siemußten in einen großen, hohen Saal eintreten, wo es rings herumvon tausend blanken Messern und Scheren und Zangen und Stangenblitzte. Asmus glaubte, daß alle für ihn bestimmt seien, und ihmwurde sehr beklommen und bang ums Herz. Er wurde auf einengroßen Tisch gelegt, und der Arzt nähte die klaffende Spalte zu.Es tat sehr weh; aber Asmus ließ nur ein ganz leises Stöhnen durchdie zusammengebissenen Zähnchen hindurch. Und endlich hob ihnder Arzt vorn Tische herunter, klopfte ihm die Wangen und sagte;Du bist ’n fixer Kerl; hier hast du ’n Schilling, weil du nicht ge-weint hast; laß deine Mama dir Bonbons dafür kaufen! War das einherrliches Krankenhaus! Man bezahlte nichts und kriegte noch Geldfür Bonbons dazu! Was für liebe Männer waren die Arzte! Wasfür ein schöner Tag! Aus dem Schmerzensmorgen war ein Freudentaggeworden; er fühlte keine Wunde mehr am.Kopfe; er fühlte nur einen.Schilling in der Hand, einen ganzen, großen Schilling. Und wenndas Glück einmal kommt, dann kommt es gleich in Haufen. Waskam da die Straße herauf mit „Tsching und Bumm und Ratatsching“?Wahrhaftig, preußische Soldaten! Sie waren alle zu Pferde, hattenblaue Röcke mit silbernen Schnüren, und die Hüte hatten oben einenplatten Deckel, von dem hingen ebenfalls Schnüre herab, und Säbelund Lanzen hatten sie, und oben an den Lanzen noch kleine Fähnlein!Und einer von ihnen — wahrhaftig, es war kein Zweifel möglich —einer lachte ihm zu! Asmus war zu Mute, als hätte der hohe Herrgottselber aus seinem Himmel ihm zugelächelt. Sie zogen gar nicht weitvorn Semperschen Hause vorüber, und als Asmus vernommen hatte,daß sie fast jeden Morgen diese Straße ritten, da hatte er eineLebensaufgabe. Und als er sie zwei oder drei Mal hatte Revuepassieren lassen, da war sein Entschluß gefaßt. Jeden Sonnabendlieferte sein Vater Cigarren ab, und dann hatte er zwei, drei Tagelang Geld, das wußte Asmus. Gewöhnlich brachte der Vater dann