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wir eine solche Knospe, so zeigen sich uns einige zarte Blätt-chen, von denen jedes an seinem Grunde zwei Stempelträgt. Jeder Stempel besteht aus einem Fruchtknoten undzwei purpurroten Fäden, den Narben. Das Ganze nenntman eine Stempelblüte. Die Knospe umschließt also eineGruppe von Stempelblüten. Staubblüten und Stempel-blüten stehen an demselben Haselstrauch. Sie bewohnengleichsam dasselbe Haus; deshalb nennt man den Hasel-nußstrauch eine einhäusige Pflanze.
Die Stempelblüten werden nicht durch Insekten be-stäubt. Diese liegen ja noch im Winterschlaf. Zudemfehlt den Blüten auch der Nektar; Bienen und Hummelnwürden also nicht auf ihre Rechnung kommen. Wer trägtdenn den Staub auf die Griffel? — Schlagen wir leichtauf ein reifes Haselkätzchen, so entfliegt ihm ein kleinesWölkchen gelben Blütenstaubes. Ganz dasselbe geschieht,wenn der Wind, -der im Vorfrühling oft genug pfeift, dieÄste des Strauches schüttelt. Es müßte seltsam zugehen,wenn nicht einige Staubkörnchen die purpurroten Narbentreffen sollten. Der Wind besorgt also die Bestäubung.Darum ist der Haselstrauch eine windblütige Pflanze.
Erst nachdem der Haselstrauch verblüht hat, brechendie Blätter hervor. Jetzt entwickelt sich auch aus demFruchtknoten die Haselnuß. Ist sie ausgereift, so steckt derschmackhafte Kern in einer harten, holzigen Schale. DieSchale selbst ist von einem zerfaserten Becher umhüllt.
Der Haselnußkern bildet die bevorzugte Nahrung derEichhörnchen und der Eichelhäher. Nicht selten entfällt dieNuß dem schmausenden Feinschmecker; sie fällt zu Bodenund ■ findet hier oft Gelegenheit zu keimen. Die beidenTiere sorgen also, ohne es zu wollen, für die Ausbreitungdes Haselnußstrauches. Auch der Mensch verschmäht dieHaselnuß nicht; besonders die Kinder lieben den wohl-