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Seine Wurzeln fußen in magerem Boden, auf felsigemUntergrund; aber nur um so fester graben sie sich in dieFelsritzen ein, nur um so fleißiger saugeu sie ihre Nahrungaus dem kargen Boden. Wenn ich seine mächtige Kronebetrachte, gemahnt mich der Nußbaum immer an einenMenschen, den eine harte Jugend zum Vorwärtsstrebeuantrieb und der auf gutem Weg zur Höhe ist.
Vorn Frühliug bis zum Herbst trägt mein Freundeilt schlichtes Laubgewand. Aus den Knospen drängensich Ende April oder Anfang Mai gleichzeitig mit denBlüten die gefiederten Blätter, die zuerst braun erscheinen,später aber glänzendgrün werden. Stets entweicht ihnenein starker Geruch, den viele Insekten nicht ausstehen können.Wie der Haselnußstrauch, so ist auch mein Freund, derWalnußbaum, ein einhäusiges Gewächs, trägt also Staub-blüten (Kätzchen) und Stempelblüten, aus denen sich dieFrucht entwickelt. Um der Nüsse willen, die der Walnuß-baum im Herbste spendet, sind ihm auch die Kinder ge-wogen. Wenn mein Freund reden wollte, er wüßte etwaszu erzählen von begehrlichen Blicken aus blitzenden Kinder-augen und von heischenden Wünschen aus bittendem Kin-derinund. Nüsse bereiten eben den Kindern immer Freude,mögen sie nun vergoldet oder versilbert am Christbaumhangen, im Spiel gewonnen oder verloren werden oderaufgeknackt und zuin Brot gegessen werden.
Friiher oder später kommt auch für ineinen Freundder Tag, da er gefällt wird. Doch ist sein Holz viel zukostbar, um zur Feuerung verwendet zu werden. Möbel-schreiner und Tischler werden ihn um teures Geld erstehen.Ihre kunstfertigen Hände werden ihn zu allerhand Möbelnverarbeiten, die sich durch Dauerhaftigkeit auszeichnen undwegen ihrer schönen natürlichen Maser hoch im Preise stehen.Mir ist heute noch nicht bange uin den vertrauten Freund.