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Lesebuch für die Primarschulen des Kantons Schaffhausen : 6. Schuljahr / hrsg. von der kantonalen Lesebuchkommission
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frei wie das Wild des Waldes und die Vogel derLüfte, die von jedermann getötet werden durften(vogelfrei), und forderte alle Untertanen Friedrichsauf, von ihm abzufallen. Die Eidgenossen lud erein, dem Herzog den Aargau zu entreißen, und alsdiese ihm sagen ließen, daß sie erst vor einigenJahren mit Österreich einen 50jährigen Frieden ab-geschlossen hätten, erklärte er diesen Frieden kraftseiner kaiserlichen Macht für null und nichtig undversprach den Eidgenossen, daß sie alles eroberteGebiet für sich behalten dürften. Da zogen zuerstdie Ferner aus und eroberten Zofingen, Aarburg,Aarau, Lenzburg und Brugg. Nachdem sie bis zurVereinigung von Reuß und Aare vorgedrungen warenund noch das Stammschloß der Österreicher, dieHabsburg, eingenommen hatten, kehrten sie heim.Diese reiche Beute der Berner veranlaßte auch dieZürcher und Luzernen zum Auszuge. Die Zürchereroberten die Landschaft zwischen Reuß und Albisund die Luzernen die Gegend um Sursee. Das üb-rige Gebiet des Aargaus, vor allem die GrafschaftBaden mit den berühmten Bädern, eroberten dieEidgenossen gemeinsam. Gerade wie sie den Lieb-lingssitz der Herzoge von Österreich, die Burg Stein,eingenommen und jubelnd dem Feuer übergebenhatten, kamen Gesandte des Kaisers, die meldeten,daß Sigismund sich mit Friedrich versöhnt habeund daß dem österreichischen Herzoge, der nunspottweise Friedrich mit der leeren Tasche genanntwurde, seine Lande zurückerstattet werden sollten.Aber die Eidgenossen erinnerten an das VersprechenSigismunds und gaben nichts mehr heraus. Jedereidgenössische Ort ließ sein erobertes Gebiet durch