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Lesebuch für die Primarschulen des Kantons Schaffhausen : 6. Schuljahr / hrsg. von der kantonalen Lesebuchkommission
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50. Die Eroberung des Thurgaus.

1460.

1.Ja, das war eine häßliche Zeit, diese Zeit desBürgerkrieges!" hob der Großvater an einem nächstenTage seine Erzählung an.Man war nicht zufriedendamit, daß man sich gegenseitig das Land verwüstete,Bauernhöfe und Dörfer verbrannte und ausplünderte,sondern die feindlichen Bundesbrüder bekämpften sich auchin Wort und Schrift. Häßliche Schmähschriften schriebensie gegeneinander, und Schiinpfreden vergifteten das Air-denken an die früheren glücklichen Tage gemeinsamenHandelns. Ein Bürgerkrieg ist die schrecklichste Gattungdes Krieges, das hat uns auch der alte Zürichkrieg gezeigt;darum will ich ihn noch einmal vor euch erstehen lassen,indem ihr über folgende Fragen nachdenken sollt: Warumkamen Zürich und Schwyz hintereinander? Welches sind diebedeutendsten Ereignisse des alten Zürichkrieges? Warumist der Opfertod der Helden von St. Jakob an der Birsnicht umsonst gewesen? Warum ist es selbstverständlich,daß Zürich beim Friedensschluß sein Bündnis mit Öster-reich aufgeben mußte?

Der Frieden mit Österreich sollte wiederum nicht langedauern. Im Jahre 1458 war zu Konstanz ein Schützenfest,an dem auch eidgenössische Schützen teilnahmen. Einerder eidgenössischen Teilnehmer wollte seine Zeche mit einerBerner Münze, einem sogenannten Plappart, bezahlen.Der Konstanzer Wirt aber wies die Münze verächtlichzurück und sagte:Das ist ja nur ein Knhplappart!"

Das war für die Eidgenossen genug, um gegen dasbis jetzt befreundete Konstanz einen Kriegszug zu unter-nehmen. In der Herbstzeit fielen sie mit ihren reisigenScharen in die Rebberge der Konstanzer ein und plünderten