Und buhlt mein Lied, auf Weltgunst lauernd,um schnöden Sold der Eitelkeit:
Zerschlag’ mein Saitenspiel, und schauerndschweig’ ich vor dir in Ewigkeit.
Eichendorff.
3. Gottvertrauen.
Das Kindlein ist vorn Schlafe aufgewacht;wohin es schaut, ist schwarze, dunkle Nacht.
Und plötzlich wird es ihm so angst und bang;wie ist die Nacht so schauerlich und lang!
Da wendet es zu seinem Vater sich:
„Ach, reiche mir die Hand! Ich fürchte mich!“
Und ganz beruhigt schläft es wieder ein:
„Du bist bei mir! Wie sollt’ mir bange sein?“
0 Gott, so lehr’ auch mich auf dich vertrau’nund, wenn die Nacht mir droht, auf dich zu schau’n!
Und wenn mein Fuss den rechten Pfad nicht fand,dann will ich bitten: „Reiche mir die Hand!“
Und fühl’ ich mich verlassen und allein:
„Gott ist bei mir! Wie sollt’ mir bange sein?“
Klara Forrer.
4. Abendgebet.
Auge, das sich nie geschlossen,das ob seinen Kindern wacht,liebend, ewig unverdrossen,schütze mich in dieser Nacht.
Sende deinen Engel nieder,bis der Morgen wiederkehrt,und die Seele neue Liederdir, o Herr, zum Danke lehrt.
Nie lass’ dunkeln meine Seele;wenn mein letzter Abend sinkt,Herr, dann führe sie zur Schwelle,wo dein ew’ger Morgen winkt.
C. G. J. Sailer.