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Nachts in die Tür der Buchdruckerei. Bald darauf hatte er danndas Vergnügen, das Geschriebene gedruckt und beifällig aufge-nommen zu sehen. Dieser Erfolg verleitete ihn, wie er später selbstgestand, gegen seinen Bruder zuweilen vorlaut und ungerecht zusein, und es kam endlich zu einer Trennung von ihm. Nach einemvergeblichen Versuche, in seinem bisherigen Aufenthaltsorte Arbeitzu finden, begab er sich zuletzt nach Philadelphia in Pennsylvanien.Die Reise dahin, auf welcher er einen Seesturm erlebte, war für ihngefährlich genug. Mit durchnässter, schmutziger Kleidung, dieTaschen von Hemden und Strümpfen vollgestopft, zog er zumerstenmale in Philadelphia ein. Hinter einem solchen Aufzugekonnte der Torschreiber, wenn es einen solchen dort gegeben hat,freilich den berühmten Mann Nordamerikas nicht vermuten. Frank-lin überzählte seine Barschaft; sie war auf anderthalb Taler zu-sammengeschmolzen. Aber der Hunger tat weh und mahnte lauterals alle Einsprüche des Geldbeutels. Benjamin trat bei einemBäcker ein. Bald nachher kam er wieder zum Vorschein, einBrötlein unter dem einen, ein zweites unter dem andern Arme,ein drittes in der Hand, auf welches zwei Reihen weisser Zähnetapfer losarbeiteten. Hinten und zur Seite bepackt, schlenderteer nun, wie das Tier des Müllers, Strasse auf, Strasse ab, ohnedass ein Meister seiner begehrt, oder nur ein mitleidiges, altesMütterchen ihm gerufen hätte: „Was suchen Sie denn, jungesBlut? Mein Bruder, oder Sohn, oder Vetter hat Arbeit für Sie,wenn Sie arbeiten können.“
Vorläufig ohne Aussichten, verliess er wieder die Stadt, ver-schenkte noch seine übrigen Brote und kehrte auf das Schiffzurück. Endlich war sein Koffer nachgekommen, welcher ihn inden Stand setzte, sich besser als d^s erstemal zu einem Spazier-gange nach Philadelphia herauszuputzen; und siehe! der bessereRock half mitwirtschaften, — Franklin wurde in eine Buchdruckereiaufgenommen. Wenn das Glück erst einmal über unsere Schwelleherüber ist, dann sucht es sich auch einen Sitz im Hause. Franklinmachte bald Aufsehen durch seine Kenntnisse und Talente, undso versprach ihm der Statthalter der Provinz die nötige Unter-stützung, damit er eine eigene Druckerei anlegen könnte. Mitdiesen Aussichten machte er im Jahre 1724 einen Besuch imelterlichen Hause, welcher dort grosse Freude bereitete; doch warder Vater nicht ganz damit zufrieden, dass der achtzehnjährigeBenjamin schon sein eigener Herr werden wollte.