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ein gutes Zeugnis. Und wenn er dann von anderen Menschenharte Worte zu hören bekommt, so nimmt er schnell einen heim-lichen Schluck von dem Herzenswort und spült damit den bitternGeschmack hinunter. Wie oft versäumt man auch die Gelegenheit,,ein Wort des Trostes oder der Teilnahme zu sagen, wo andere inSorge und Krankheit sind, oder ihr Liebstes verloren haben. Stummund steinern steht man da und möchte wohl etwas sagen; aber eskommt einem nicht der rechte Ausdruck, und so schweigt manlieber. Und doch ist jedes tröstende Wort wie ein Blumenkranz,den man auf ein Grab legt. Man muss nur einmal recht sorgfältignachdenken, was den andern jetzt am meisten erquicken würde —und dann muss man sich selbst überrumpeln und es schnell sagen.Was würdet ihr z. B. sagen, wenn eure Mutter ihre Schwester oderihre eigene Mutter verlöre? Ich glaube: „Liebe, gute Mutter — ichwill dich jetzt doppelt lieb haben.“ Oder wenn ein Kamerad zur Schulekommt, nachdem er einen Tag gefehlt hat wegen Begräbnis seinesVaters? Da geht man leis an ihn heran und fasst seine Hand:„Es tut mir ja furchtbar leid, dass du so unglücklich bist — willstdu mich nicht mal besuchen und mir etwas erzählen von deinemVater.“ Oder sagt irgend etwas anderes — nur nicht dies trägeStummsein, wenn man doch ein Herz und eine Stimme hat. MancheMenschen verreisen oft, und es tut ihnen in der Seele weh, dasssie sich von ihren Verwandten und Freunden trennen müssen —aber beileibe sagen sie kein Wort davon — sodass die andern denkenmüssen, sie seien nicht viel wert und die Reise werde ihnen garleicht. Und doch kostet es gar nichts, einmal den Mund auf zutunund zu sagen: „Früher hab’ ich mich auf die Reise gefreut —aber jetzt sticht mich’s, dass ich dicö allein lassen muss ; viel Heim-weh werd’ ich nach dir haben, und jetzt schon freue ich mich aufsWiedersehen!“ Davon lebt dann der andere in der Abwesenheit;er fühlt sich stolz darauf, dass man so an ihm hängt — warumalso nicht das eine kleine Wort aussprechen ? Oder, man hat einemandern weh getan und man fühlt das sehr gut — aber den Mundauftun und ihm sagen, dass es einem leid tut und dass man’s nichtso gemeint habe — nein, das können sie nicht übers Herz bringen;lieber warten sie ab, bis sein Groll sich verlaufen hat, wie dasWasser nach einem Platzregen. Leider aber läuft eine Verletzungnicht ab, wie. Regenwasser, sondern frisst in der Seele weiter, wieGift und macht oft alle Liebe tot. Das kommt alles vorn Stumm-sein. Der Mund ist eben zu etwas Besserem da, als zum Einlöffeln