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Lehr- und Lesebuch für das achte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorlage der kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrat des Kantons St. Gallen
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ist a g 10 Teile und gh 5 Teile. Die Last, die wir wägen müssen,wird auf die Brücke gelegt. Letztere ist eine hölzerne mit Eisenbeschlagene Tafel, die auf dem einarmigen Hebel cd ruht. DasEnde c dieses Hebels ist in b aufgehängt. Das andere Ende d ruhtauf dem untern einarmigen Hebel cf und drückt in d auf denselben.Dieser hängt in h. Wie wir leicht einsehen, zieht also die Lastmit einem Teil des Gewichtes an der Zugstange cb und mit demandern drückt sie auf den Hebel cf in der Schneide d und zwarum so stärker, je näher die Last dieser ist. Nun aber ist derHebel cf ebenfalls in 5 gleiche Teile geteilt, wie der Lastarm gh,nur dass die Teile verschieden gross sein dürfen. Wir wollen nun100 kg auf die Brücke legen und annehmen, die Last verteile sichso, dass auf den einen Hebel cd 40 kg und auf den andern 60 kgdrücken. Die 40 kg ziehen in ö, gb als Lastarm ist aber 10 malkürzer als ag, folglich müssen wir in a, auf der Gewichtsschale,nur 1 / 10 der Last als Gewicht auflegen, also 4 kg.

Wie wirken nun die 60 kg auf den untern Hebelarm cf? ImPunkte d ist der Angriffspunkt der Last, f ist der Drehpunkt, so-mit df gleich Lastarm und folglich es der Kraftarm. Nun aberist dieser fünfmal länger als der Lastarm; denn der eine misst 5,der andere nur 1 Teil. In es wirkt daher nicht die ganze Lastvon 60 kg, sondern nur 1 / 5 , also nur 12 kg. Diese ziehen imPunkte h am Lastarm gh, der l /a von ag ist; folglich muss in anur 1 j% von 12 kg als Gewicht angehängt werden, also 6 kg; denbeiden Lasten 40 P 60 wird also durch 10 kg (4 P 6) das Gleich-gewicht gehalten, oder es ist nur der zehnte Teil der Last als Ge-wicht nötig. Aus diesem Grunde nennt man eine so konstruierteWage eine Dezimalwage. Grössere Wagen dieser Art sind sogebaut, dass man als Gewicht nur den hundertsten Teil der Lastauflegen muss; man nennt sie Centesimalwage.

3. Das Gewicht der Brücke und der Wagschale ist so aus-geglichen, dass beide im Gleichgewicht sind, wenn die Wage un-belastet ist. Das Gleichgewicht zwischen Last und Gewicht wirddurch zwei sich horizontal gegeneinander stellende Schneiden an-gegeben. Ist die Wage ausser Gebrauch, so wird mit einem Hebel,der einen Handgriff trägt und Arretierung heisst, der Wage-balken so gestellt, dass sich die Zugstangen lüften und alle vor-handenen Schneiden zu ihrer Schonung nicht mehr belastet sind,die Brücke aber auf den sie umschliessenden Rahmen zu ruhenkommt. Die Richtigkeit einer solchen Wage verlangt, dass ein