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ende ein Stücklein Eisen; es wird aus der Richtung so lange ab-gelenkt, als das Eisen in wirksamer Nähe sich findet. Nun könntenwir vermuten, es hätte im Norden der Erde riesige Massen Eisen,welche die Anziehung verursachen; denn sobald ich ja das Eisenentferne, kehrt die Nadel in die frühere Lage zurück. Nun hates aber überall in der Erde Eisen. Wäre dieses die Ursache, somusste die Nadel in allen Richtungen stehen bleiben. Und nochetwas! Das Stücklein Eisen zieht sowohl das Nord- wie das Süd-ende an. Wäre das Eisen an den Polen der Erde die Ursache,so könnten wir ja das Nordende der Nadel auch nach Süden kehren;es müsste auch dorthin zeigen. Unsere Magnetnadel lässt sichaber das nicht gefallen; sie kehrt plötzlich um. Es muss alsoetwas anderes die Ursache der Richtkraft unserer eigensinnigenNadel sein. Damit wir das erfahren, untersuchen wir die Eigen-schaften dieses schwarzen „Steines“; er ist ein sehr gutes Eisen-erz (72 u / 0 Eisen) und hat den Namen Magneteisenstein. Ich bringeeine Stahlfeder in seine Nähe; sie wird angezogen und festgehalten.Ebenso werden auch eiserne Scliuhnägel, Drahtstifte und Nickel-stäbchen angezogen, nicht aber Gold-, Silber- und Kupfermünzen,Holz, Papier oder Glas. Körper, die Stahl, Eisen oder Nickel an-ziehen und festhalten, heissen Magnete. Unser „Eisenstein“ istalso ein Magnet. Man findet ihn an verschiedenen Orten derErde, so auch in Schweden und Norwegen. Schon die Alten kanntenihn und seine merkwürdige Eigenschaft. Sie fanden ihn zuerstin den Eisengruben in der Nähe der alten Stadt Magnesia unddaher mag wohl auch sein Name Magneteisenstein herrühren.
Da sich seine anziehenden Eigenschaften auch in Stahldauernd hervorrufen lassen, unterscheiden wir natürliche undkünstliche Magnete. Nach ihrer Form sind die letztem Stab-oder Hufeisenmagnete.
Um nun den Magnet und seine anziehende Kraft genauerkennen zu lernen, bedienen wir uns des Stahlmagnets und führenfolgende Versuche aus:
a) Wir bestreuen den Stahlmagnet mit grober Eisenfeile.An den beiden Enden äusser! sich die anziehende Kraft am stärksten;denn es wird ja am meisten Eisenfeile angezogen. Diese Teiledes Magneten heissen die Pole. In der Mitte bleibt keine Eisen-feile hängen, also zeigt sich da keine Anziehung.
b) Legen wir auf den saubern Stahlmagnet ein Blatt Papier