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Löse ich den Draht von der Klemme, so schlägt die Nadel zurück,ebenso wenn ich die Zink- oder die Kohlenplatte aus der Flüssig-keit hebe. In beiden Fällen wird der Strom unterbrochen. Zinkund Kohle werden also zu einer elektrischen Stromquelle, zu einemKrafterzeuger. Man sagt auch, Zink und Kohle bilden mit derFlüssigkeit ein Element.
Je nach den festen Stoffen und den Flüssigkeiten, die wirzusammenstellen, erhalten wir verschiedene Elemente. Nach demitalienischen Arzte Luigi Galvani (1786), der sich ebenfalls mitdem Studium der elektrischen Erscheinungen befasste, nannte mandiese Elektrizität, im Unterschied zu der Reibungselektrizität,galvanische Elektrizität oder Berührungselektrizität.
Das Element, mit dem wir in der Folge unsere Versuche an-stellen, ist nach Professor Bunsen in Jena benannt worden. Esist das Bunsensche Tauchelement. Zwei Kolilenplatten und eineZinkplatte werden in eine Lösung*) von Schwefelsäure, Wasserund Kalibichromat getaucht.
3. Wir stellen nun unser Magnetnadelkästchen, auch Gal-vanometer genannt, auf die hinterste Schulbank. Auf der vor-dersten steht unser Tauchelement. Wir verbinden beide durcheine Kupferdrahtleitung, die mit Wolle und Guttapercha umgebenist. Eine solche Leitung ist isoliert, d. h. sie leitet den Stromnicht ab. Er Hiesst wie das Wasser in einer Röhre zum Ver-brauchsort. Schliesse ich den Strom bald an der einen, bald ander andern Elementklemme, so schlägt die Nadel bald links, baldrechts aus. Wir könnten nun den Ausschlägen nach Zahl undRichtung eine bestimmte Bedeutung geben. So könnte a durcheinen Ausschlag links, m durch drei Ausschläge rechts bezeichnetund so das Wörtchen „am“ in die Ferne geschrieben oder tele-graphiert werden. Das wäre eine Art Nadeltelegraph, wie wirihn in bestimmter Art noch heute bei der transatlantischen Tele-graphie verwenden. Hauptsache ist, dass wir durch die Draht-leitung Zeichen in beliebige Entfernung sortieften können.Wir alle kennen die Telegraphenstangen mit den vielen Reihen
*) Eine gut wirkende Flüssigkeit erhalten wir, wenn wir 150 g Kalibichromatin 600 g Wasser unter Erwärmen auflösen. Allmählich giesst man 150 g Schwefel-säure zu und dann noch 50 g Salzsäure. Da die Flüssigkeit ziemlich heiss wird, darfdie Mischung nicht in einem Elementglas vorgenommen werden. Am besten eignetsich dazu wohl ein gewöhnlicher irdener Topf.