II
6. Vor dem Bienenhaus,
Nach langen trüben Tagen ist es warm und mild geworden,überall auf den wiesen leuchten die gelben Sönnchen des Löwen-zahns. Jetzt ist auch im Bienenhaus unter dem Kpfelbaum dasLeben wieder erwacht. Aus den farbigen Flugbrettchen wimmeltund krabbelt es wie vor einem Stadttore an großen Markttagen.Komm, schau ein wenig zu! Guck, aus dem Dunkel des engenTores erscheint ein braunes Näpfchen mit zwei großen Kugel-augen. Gelt, wie zierlich es sein Fühlerpaar trägt, wie zwei Fa-denstümpfchen aus Mutters Nähkorb. Es hat den Ausweg schonerspäht. Mit allen Kräften seiner sechs zappeligen Leine strebtdas Tierchen vorwärts. Seine zarten Flügel mit den dünnenschwarzen üderchen ruhen noch still auf dem braunen Körper undwerfen in der Sonne silberne Lichtlein. Jetzt wird halt gemacht,das Köpfchen nach unten gedreht und sorgsam mit einem vorder-fuß über Augen und Fühler gebürstet, zuerst rechts, dann links,wie bei Nachbars Katze, wenn sie besuch erwartet. Noch schnellüber den Lrustpelz mit den seidenen Härchen und über die glän-zenden Flügel gefahren und .... Dort summt unsere Biene alswinzig schwarzes pünktlein im blauen Himmel.
va patscht schon ein anderes auf das örettchen. Ach, wie hatdas sein sauberes Röcklein bestäubt, und an den hinterschenkelnschleppt es ganze Körnchen mit. va wird es daheim etwas geben!G ja, süßen Brei für hungrige Lienenkinder! Deshalb beineltwohl die kleine „Höschenträgerin" so eilig dem Eingang zu.
halt, hier darf nicht jedermann herein! Zwei scharfe Wächterlauern Kopfunter auf dem Schieberchen vor dem Loch. EinenAugenblick bleibt die Ankommende stehen. Zwei zitternde Fühlereines Aufpassers betasten sie, und schon verschwinden die gelben„plusterhöschen" im Dunkeln.
Schwer fallen ein paar heimkehrende, vom Fluge ermüdet,auf das Brett. Unten klebt eines an der grauen wand. Es hatheute viel süßen Blumensast mitgebracht, wie schwer muß seineBürde drücken, daß es nicht einmal mehr das Brettchen erreichthat. Es ist wohl sehr müde; denn der kleine Körper zittert vorAnstrengung, und die winzigen Krallen haben sich fest an dieHolzfasern geklammert. Siehst du, wie heftig sein Hinterleib mit