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macht hatten, ließ sich weder Maus noch Vogel blicken, und daes mit der Rnstandsjagd nichts wurde, ging die Schlange auf diepürsche. Sie war schon dicht bei dem Waldrande, in dessen vor-büschen sie Vungvögel nach Futter piepen hörte, da flog ein gro-ßer Vogel aus der Zitterpappel. Es war der Bussard, der hierauf Mäuse lauerte. Froh über die fette beute, stieß er herab,faßte die Otter hinter den Kopf und über den Rücken, biß ihrden klopf entzwei und flog gerade auf, um sie seinen Zungen zu-zutragen. Hermann Löns.
zz. Sei den Vogelnestern.
„wollt ihr nicht auch ein wenig unsere gefiederten Freundeansetzn?" fragte mich der alte Gastgeber.
„Sehr gerne," sagte ich.
wir standen von dem Sitze auf und gingen mehr in die Tiefedes Gartens zurück.
vas vielstimmige vogelgezwitscher durch den Garten und dashelle Singen in unserer Nähe, welches mir gestern nachmittag,da ich es in das Zimmer hinein gehört hatte, seltsam gewesenwar. erschien mir nun sehr lieblich, ja ehrwürdig, und wenn icheinen Vogel durch einen bäum huschen sah oder über einen Sand-weg laufen, so erfüllte es mich mit Freude. Mein begleiter führtemich zu einer Hecke, wies mit dem Finger hinein und sagte:..Seht«.
Ich antwortete, daß ich nichts sähe.
„Schaut nur genauer," sagte er, indem er mit dem Fingerneuerdings die Richtung wies.
Ich sah nun unter einem äußerst dichten vornengeflechte, wel-ches in die Hecke gemacht worden war, ein Nest. In dem Nestesaß ein Rotkehlchen, wenigstens dem Rücken nach zu urteilen. Gsflog nicht auf, sondern wendete nur ein wenig den klopf gegenuns und sah mit den schwarzen, glänzenden Nugen unerschrockenund vertraulich zu uns heraus.
„Dieses Rotkehlchen sitzt auf seinen Eiern," sagte mein Be-gleiter. „Ich besuche es schon mehrere Tage und lege ihm dieLarve des Mehlkäfers in die Nähe. vas weiß der Schelm; darumfragt er mich schon darnach und fürchtet den Fremden nicht, derbei mir ist.«