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nicht plaudern will ich mit ihm; ich will kämpfen wie ein Mann!Und falle mir dann mein Los, wie es wolle: ich siege oder sterbemit Ehren!"
So bei sich erwägend, erwartete er den Feind. Aber wasvermag der festeste Vorsatz gegen die Macht des Augenblicks?Kaum nahte der ungeheure Mann mit dem entsetzlichen Blickeund den gewaltigen Armen, kaum hörte Hektor sein wildes Hohn-geschrei: so übermannte ihn plötzlich der Schrecken, und ein un-besiegbarer Trieb jagte ihn von- bannen und beflügelte seineSchenkel. Er floh längs der Stadtmauer hin wie die Taube, diedem Habicht entrinnen möchte; aber wie der Habicht mit stärkererKraft den schüchternen Vogel verfolgt, so auch Achilles denfliehenden Hektor. Bald rechts, bald links sprang jener ab, umden verfolgenden Läufer zu ermüden; aber umsonst. Jetzt ranntensie an der Warte vorüber, jetzt an dem Feigenbaum und jetztbei den Quellen, neben welchen die steinernen Gruben für dieWäscherinnen waren. Und um die Stadt trieb ihn der gewaltigeVerfolger; ja, noch einmal und zum drittenmal jagte er ihn herum,und so oft sich Hektor zur Mauer wandte, um etwa durch einoffenes Tor zu entschlüpfen, so oft sprang Achilles herzn und triebihn wieder ins offene Feld hinaus, selbst an der Seite der Stadthinfliegend. Kamen sie aber an dem Orte vorbei, wo die Achäernoch auf ihre Lanzen gelehnt standen und der Entscheidung harrten,so winkte Achilles und verbot, daß nicht etwa jemand ein Geschahauf Hektor schlendere und ihm die Ehre des Sieges raube.
Alle Götter sahen von der Höhe des Olymps dem schreck-lichen Wettlaufe zu. Keiner durfte sich des armen Hektor an-nehmen; denn seine Stunde war gekommen, und dem Schicksalekonnten auch die Götter nicht widerstreben. Zeus ergriff ruhigdie Schicksalsroage und warf zwei Todeslose hinein, und siehe,sogleich sank die Schale mit Hektors Lose tief hinab, und damitverlieh ihn auch der Beistand der Götter.
Als sie zum viertenmal die Quellen und den Waschplatzerreicht hatten, da auf einmal sprang von der Stadt her einMann dem Hektor entgegen, als wollte er ihm Hilfe bringen.Es war Dei'phobus, sein Bruder; der rief ihm zn: „Bruder,ich sehe deine Gefahr und komme, dir beizustehen. Stehe stillund erwarte ihn dreist!"
„Trauter Deiphobus, wie hast du's gewagt —"